harenberg - aktuell´99:     HUNGER

 

710 Mio Menschen litten einer Schätzung der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zufolge 1998 an HUNGER, ein Viertel davon waren Kinder.

840 Mio Menschen waren chronisch untererhährt.

 

Täglich sterben weltweit 1 1 0 000 Menschen an HUNGER, 40 Mio im Jahr, dies ergab eine Studie des deutschen Entwicklungsministeriums 1997.

Etwa 7 Mio Kinder sterben lt. Kinderhilfswerk der UNO (UNICEF) jährlich vor Erreichen des fünften Lebensjahres, weil sie nur mangelhaft mit lebenswichtigen Mineralien und Vitaminen versorgt sind.

200 Mio Kinder leiden an Mangelernährung.

In den USA hatten 13 Mio Kinder u.a. aus Geldmangel Schwierigkeiten, sich mit den notwendigen Lebensmitteln zu versorgen.

 


BETROFFENE REGIONEN

Am stärksten von HUNGER und Mangelernährung betroffen waren Ende der 90er Jahre die südlichen Teile von Asien und Afrika, insbes, die Länder südlich der Sahara.

Mehr als ein Drittel der Menschen dieser Regionen waren unterernährt.

In Bangladesch, Indien und Nepal litt jedes zweite Kind an Mangelernährung, in Afrika jedes dritte. Diese Kinder haben keine Chance, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu entfalten, ihre Abwehrkräfte sind herabgesetzt. Mangelernährung führte UNICEF auf Armut, schlechte hygienische Verhältnisse, fehlende Gesundheitseinrichtungen und die benachteiligte gesellschaftliche Position von Frauen zurück. So müssten z.B. in Südasien Schwangere bis zur Entbindung hart arbeiten, sie litten insbes. unter Eisenmangel und Untergewicht. Die Kinder kämen oft schon mit Mangelersc.heinungen auf die Welt.

 


URSACHEN:

In Afrika ging die Nahrungsmittelproduktion seit einem Vierteljahrhundert kontinuierlich zurück, gleichzeitig wächst die Bevölkerung Ende der 90er Jahre jährlich um 90 Mio Menschen.

Durch Urbanisierung (Verstädterung) sinkt außerdem die Zahl der in der Landwirtschaft tätigen Menschen.

 

Nach Berechnungen des World Watch Instituts gehen alle zehn Jahre 240 Mrd t Boden durch Erosion, Versalzung, Entwaldung und Wassermangel verloren.

Einer Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Grenzen gesetzt, die insbes. in Nordafrika, im Nahen Osten und in Teilen Asiens erreicht seien.

Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten wie in der Volksrepublik China, wo Ende der 90er Jahre zunehmend Fleisch verzehrt und Getreide importiert wurde, um es an Tiere zu verfüttern, verschärften die Lage.

 


GEGENMASSNAHMEN.

Die Investitionen in die Landwirtschaft der vom HUNGER bedrohten Länder müssten nach Berechnungen der FAO auf 166 Mrd Dollar pro Jahr steigen, von denen 41 Mrd Dollar als in- ternationale Hilfe beigesteuert werden müssten.

 

Tatsächlich sank die Landwirtschaftshilfe der internationalen Staatengemeinschafi seit Ende der 80er Jahre um etwa die Hälfte auf 1 0 Mrd Dollar im Jahr.

 

Experten befürworteten den Einsatz der Gentechnik, um z.B. Reissorten, die verstärkt Vitamin A enthalten, oder schädlingsresistente Pflanzen zu züchten.

Ende der 90er Jahre wurden rd. 60% der Ernte durch Schädlinge vernichtet. Mit den gen- technisch veränderten Reissorten könnte der weit verbreitete Mangel an Vitamin-A, durch den jährlich etwa 500 000 Kinder erblinden, behoben werden. Gentechnische Forschung im Bereich der Landwirtschaft für die Entwicklungsländer war jedoch für Privatunternehmen wegen der geringen Kaufkraft der Entwicklungsländer kaum lukrativ.