©gabriele weis

  6.2. kurzversionsfolge:    DIE WELT ZWISCHEN 1945 UND 2000

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besatzungspolitik - d

 

·          1945 - Potsdamer ABKOMMEN

 

-    Beseitigung von Nationalismus und Militarismus ;

-    Aufteilung Deutschlands (bis zur Friedensregelung) in 4 BZ, 2 Gebiete unter sowjet. bzw. poln.  Verw. und Sonderstatus für Berlin; Umsiedlung der Deutschen aus Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei;

-    Einsetzung örtl.  Verw. und deutscher Zentralbehörden unter Aufsicht des Kontrollrats (einstimmige Beschlüsse);

-    Kontrolle der Industrie bei Erhaltung der wirtschaftl.  Einheit; Auflösung von Kartellen, Syndikaten, Trusts; Reparationen und Demontage von Industrieanlagen.

-    Abtrennung des Saargebiets , eigene Verw. unter franz.  Protektorat; wirtschaftl.  Anschluß an Frankreich.

-    Entnazifizierung:           Verbot der NSDAP; NS-Führer werden interniert und aus Staatsämtern entfernt. - Fragebogen- und Spruchkammerverfahren gegen ca. 6 Mill ehemalige Mitglieder von NS-Organisationen

 

 

 

·    Frankreich verfolgte, wie schon nach dem Ersten Weltkrieg, das Ziel, den gefürchteten deutschen Nachbarn auf erdenkliche Zeit zu schwächen, und verleibte das Saarland seinem eigenen Wirtschafts- und Währungsraum ein. 

 

·    GroSSbritannien und die USA hatten keine wirtschaftlichen Wiedergutmachungsinteressen, wollten die Deutschen aber für ihre Komplizenschaft mit Hitler bestraft sehen. 

 

·    Es waren dann die Amerikaner, die schon bald von der Politik der Bestrafung zur Politik der Hilfeleistungen übergingen: mit aus Steuergeldern finanzierten Nahrungsmitteleinfuhren, mit großzügigen privaten Spendenaktionen ("Care-Pakete"), seit 1948 im Rahmen des Marshallplans mit Milliardenbeträgen.

 

 

Die westlichen Siegermächte hatten anfangs wenig Vertrauen in die politische Zuverlässigkeit der Deutschen. 

·    Sie setzten Bürgermeister, Landräte, Minister und Ministerpräsidenten ein und ab und kontrollierten die Arbeit der deutschen Verwaltungsstellen bis in die Einzelheiten. 

·    Parteien und Gewerkschaften durften nur mit Genehmigung und vorerst nur auf lokaler und regionaler Ebene gegründet werden. 

·    Zeitungen brauchten eine Lizenz der Militärregierung und unterlagen der Zensur. 

 

 

Erst mit den Kommunal- und Landtagswahlen 1946/47 ging die politische Verantwortung mehr und mehr auf die Deutschen über. 

 

Lediglich in der Wirtschaftspolitik behielten die Amerikaner das Heft fest in der Hand, denn sie wollten die Rückkehr zu einer privatkapitalistischen, marktwirtschaftlichen Ordnung offen halten. 

·    Deshalb setzten sie Gesetze, die einzelne Länderparlamente bereits beschlossen hatten und die die Überführung bestimmter Wirtschaftszweige in Gemeineigentum vorsahen, wieder außer Kraft.

 

 

Im Kontrollrat kam man in jenen Jahren in keiner wichtigen, Gesamtdeutschland betreffenden Frage man einer Einigung näher. 

·    Vor allem die französische Regierung boykottierte alles, was auf die Wiederherstellung eines einheitlichen deutschen Staates hinauslief - zentrale Verwaltungseinrichtungen ebenso wie ein einheitliches Wirtschaftsgebiet - und schloss ihr Besatzungsgebiet vollständig gegenüber den anderen Zonen ab.  Gleichzeitig forderten sie gemeinsam mit den Sowjets, das Ruhrgebiet unter internationale Kontrolle zu stellen. 

·    Für Stalin bot dies eine Handhabe, eine sowjetische Mitsprache über Gesamtdeutschland so lange wie möglich zu sichern. 

·    Washington und London widersetzten sich diesem Ansinnen.  Sie konnten kein Interesse daran haben, die Sowjets an der Kontrolle der damals wichtigsten deutschen Industrieregion zu beteiligen, zumal die Moskauer Führung ihre eigene Besatzungszone wirtschaftlich abzuriegeln begann. 

 

 

 

·    Die UdSSR stützte sich in ihrer Besatzungszone auf die deutschen Kommunisten, die sich zuvor im sowjetischen Exil auf diese Aufgabe vorbereitet hatten.  

 

·    Durch die Bodenreform im Herbst 1945 verloren in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) alle Grundbesitzer, denen 100 Hektar Land und mehr gehörten, aber auch viele andere, denen man eine Zusammenarbeit mit dem NS-Regime nachsagte, ihr Eigentum - ohne jede Entschädigung und mit der Auflage, alle bewegliche Habe zurückzulassen.  

 

·    Ein Jahr später gingen alle Industriebetriebe, deren Eigentümer tatsächlich oder angeblich "Kriegsverbrecher" gewesen waren, in "Volkseigentum" über.  

 

·    Im April 1946 erfolgte die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien SPD und KPD zur SED, ohne dass vorher eine Abstimmung unter den Parteimitgliedern durchgeführt wurde.  

 

·    Die Kommunisten verstanden es, alle wichtigen politischen Kräfte unter der Parole der gemeinsamen Überwindung des Faschismus in einer Einheitsfront zusammenzuführen, dadurch jede Opposition auszuschalten und selbst die Zügel in der Hand zu behalten.  

 

·    Wer sich zu widersetzen wagte, bekam es mit den sowjetischen Militärbehörden zu tun.  

 

·    So konnten sich die kommunistischen Machthaber bei allen Maßnahmen auf den angeblich einmütigen Willen des "antifaschistisch-demokratischen Blocks" berufen.  Gestützt auf einen mit aller Härte vorgehenden Polizeiapparat setzten sie einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel durch.

 

 

 

 

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