AUSZUG LEMO:

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1892

31. Mai: Gregor Strasser wird als Sohn einer katholischen Beamtenfamilie in Geisenfeld (Oberbayern) geboren.

Nach dem Besuch des Gymnasiums studiert Strasser Pharmazie und läßt sich in Landshut als Apotheker nieder.

1921

Aus dem Ersten Weltkrieg als Oberleutnant heimgekehrt, organisiert er nach der Novemberrevolution einen völkischen Wehrverband, mit dem er schließlich zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stößt. Gauleiter in Niederbayern.

1923

November: Wegen seiner Teilnahme am Hitler-Putsch wird Strasser zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt.

1924

Mai: Strasser wird aus der Haft entlassen, da er für eine Nachfolgeorganisation der verbotenen NSDAP in den bayerischen Landtag gewählt wird.

1924-1933

Mitglied des Reichstages.

1925

Nach der Reorganisation der NSDAP wird Strasser zum Parteileiter in Norddeutschland ernannt, gründet die Berliner Abteilung der Sturmabteilung (SA) und übernimmt gemeinsam mit seinem Bruder Otto Strasser den nationalsozialistischen "Kampf-Verlag".

Ernennung zum "Reichsorganisationsleiter".

1926

Januar: Auf einer Tagung der nord- und westdeutschen Gauleiter unternimmt er gemeinsam mit Joseph Goebbels den Versuch, sich von der süddeutschen Parteileitung zu distanzieren, wobei er in einen scharfen Gegensatz zu Adolf Hitler gerät.

ab 1930

Strasser, der auf einen sozialrevolutionären Kurs drängt, stößt wegen seines antikapitalistischen und rußlandfreundlichen Programms auf den immer stärker werdenden Widerstand Hitlers.

1932

Herbst: Strasser verhandelt mit Kurt von Schleicher über eine Beteiligung an der Reichsregierung. Nach langem Zögern ist er schließlich bereit, als Vizekanzler in eine "soziale" Regierung unter Beteiligung der Gewerkschaften einzutreten.

Winter: Sein Versuch, die NSDAP durch eine Regierungsbeteiligung zu spalten, scheitert an der gefestigten innerparteilichen Machtstellung Hitlers.

1933

Strasser legt alle Parteiämter nieder und zieht sich aus der Politik zurück.

1934

30. Juni: Gregor Strasser wird während des sogenannten Röhm-Putsches in Berlin erschossen.



AUSZUG LEMO:

[Photo: Otto Strasser]

 

 

1897

10. September: Otto Strasser wird als Sohn einer katholischen Beamtenfamilie in Geisenfeld (Oberbayern) geboren.

1914

Als Kriegsfreiwilliger nimmt er am Ersten Weltkrieg teil.

Er wird mehrfach verwundet. Für seine militärischen Leistungen wird er ausgezeichnet und zum Oberleutnant befördert.

1919

Strasser beteiligt sich an einem von Franz Ritter von Epp geführten Freikorps zur Beseitigung der Münchener Räterepublik.

Studium der Staatswissenschaften in Berlin und Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).

1920

März: Strasser beteiligt sich am Widerstand gegen den Kapp-Lüttwitz-Putsch.

April: Nach der Niederwerfung von Arbeiteraufständen im Ruhrgebiet tritt er aus der SPD aus. Fortan steht er unter dem Einfluß unterschiedlichster politischer Denkrichtungen vom revolutionären Sozialismus bis hin zu nationalkonservativen Ideologien.

1921

Nach der Promotion wird er Referent im Reichsernährungsministerium.

1923

Wechsel auf einen Führungsposten in der Industrie.

1925

Journalistische Arbeiten für den "Völkischen Beobachter", das Parteiorgan der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), unter dem Pseudonym Ulrich von Hutten.

Er wird Mitglied der NSDAP.

Zusammen mit seinem Bruder Gregor Strasser und Joseph Goebbels baut er einen radikalen linken Flügel der NSDAP in Norddeutschland auf. Dieser unterstützt zum Teil Streiks der sozialdemokratischen Gewerkschaften und fordert die Verstaatlichung von Industrie und Banken. Außerdem tritt er für eine enge Anlehnung Deutschlands an die Sowjetunion ein. Diese Konzepte stehen im Gegensatz zu der von Adolf Hitler verfolgten Politik.

1926

Er wird Schriftleiter der "Berliner Arbeiterzeitung" und der "NS-Briefe".

1928

Mit seinem Bruder Gregor gründet er in Berlin den "Kampfverlag", der erbittert mit dem von Goebbels herausgegebenen "Angriff" konkurriert.

1930

21./22. Mai: In der Auseinandersetzung um die von Hitler verfolgte Legalitätspolitik der NSDAP wird Strasser aus der Partei herausgedrängt.

4. Juli: Austritt aus der NSDAP.

August: Zur Verfolgung seiner Ideologie eines nationalen Sozialismus auf marxistischer Basis gründet Strasser die Kampfgemeinschaft revolutionärer Kampfgenossen ("Die schwarze Front"). Er versucht vergeblich, eine Spaltung der NSDAP zu erreichen.

1933

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigriert er mit Parteifreunden zunächst nach Wien.

Er gibt die vierzehntägig erscheinende Zeitschrift "Die deutsche Revolution" heraus, die Hitlers Diktatur anprangert, jedoch weiterhin nationalsozialistische Ideologie verbreitet. In den "Vierzehn Thesen zur deutschen Revolution" fordert er dazu auf, eine einheitliche rassische Individualität zu entwickeln und sich der Bevormundung durch das "artfremde Judentum" zu widersetzen.

1935

In dem Buch "Die deutsche Bartholomäusnacht" behandelt er die blutigen Säuberungen der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) infolge des sogenannten Röhm-Putsches, welchem auch sein Bruder zum Opfer fiel.

1936

In seiner Studie "Wohin treibt Deutschland" greift Strasser das politische System des Dritten Reichs an und wirft den politischen Führern Verrat an nationalsozialistischen Ideen vor.

1937

Veröffentlichung der Schrift "Kommt es zum Krieg?".

1938

Übersiedlung in die Schweiz. Weiterhin ist er journalistisch tätig.

1940

Er emigriert nach Portugal.

1943

Auswanderung nach Kanada. Für eine europäische Nachkriegsordnung plädiert er für einen "Solidarismus" als einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

1948

Strasser veröffentlicht seine Erinnerungen "Hitler und ich".

1955

Obwohl deutsche Behörden frühere Einreiseanträge Strassers aufgrund politischer Bedenken abgelehnt haben, ermöglicht ihm ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts die Rückkehr in die Bundesrepublik.

1956

Strasser gründet die Deutsche Soziale Union. Sie bleibt politisch einflußlos.

Rückzug ins Privatleben.

1974

27. August: Otto Strasser stirbt in München.