©gabriele weis

 3.12.hundertjähriger kriegzurück-pfeil.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte)4.2.renaissance

 l-buch.jpg (1728 Byte)4.1.  KRISE DES 14. JHDS. + ANBRUCH DER NEUZEIT:

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Der Zeitraum in der europäischen Geschichte, den wir Mittelalter nennen, erstreckt sich über rund 1 Jahrtausend zwischen 500 und 1500 n.Chr.

 

 

 

 

 

 

Ziel: ein immer dynamischeres Wirtschaftswachstum, das die Menschen in Stadt und Land ihr Auskommen finden läßt...

... in Zeiten, in denen sich die politische Organisation ihrer Lebensverhältnisse als immer aufwendiger erweist:

(Verwaltungs-Kosten, Söldner-Kosten, neue höchst kosten-intensive handels- und expansionspolitische Aufgaben; mit dem neuartigen staatlichen Machtanspruch gegenüber allen Ständen zunehmend steigende Repräsentations-Kosten; Regelungsaufgaben im Bereich von Ein- und Ausfuhr, neuen Privilegierungen, Landesausbau)

Denn unter den Bedingungen der Geldwirtschaft wird aus dem Personenverband von König und Vasallen des frühen und hohen Mittelalters im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit der ´Gebietsstaat´ ...

... entweder als ´Nationalstaat´ wie in England und Frankreich ...

... oder als partikularistischer Territorialstaat´ wie im Heligen Römischen Reich Deutscher Nation.

 

 

Ständegesellschaften sind in der Regel Feudalgesellschaften.

Das heißt: politisch-militärische und kulturell-religiöse Führung funktionieren über das Vehikel der ´Grundherrschaft´.

Grundherrschaft bedeutet den verliehenen Besitz von Amt, Land und Leuten.

Das Amt eines Grundherrn kennt keine vertikale Gewaltenteilung zwischen ausführender Exekutiv-Gewalt, gesetzgebender Legislativ-Gewalt und rechtsprechender Judikativgewalt.

Der Besitz von Land und Leuten schafft die organisatorisch unaufwendige materielle Grundlage für die Wahrnehmung des Amtes.

Alle adeligen und geistlichen Grundherren bilden als Vasallen/Lehnsleute ihres Königs/Herr-schers einen gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch wirksamen Personenverband: Reiche sind so groß, wie ein König/Herrscher Vasallen um sich scharen kann. Bei Untreue werden sie kleiner bzw. löcheriger.

Ein solcher Personenverband ist pyramidal angeordnet als sogenannte Lehenspyramide. König, Kronvasallen, Untervasallen, Aftervasallen. Die politische Gewalt im Mittelalter ist damit also nur horizontal geteilt.

 

 

Der Umbau des mittelalterlichen Personenverbandsstaates in einen neuzeitlichen Gebietsstaat beginnt im Europa des 13. Jhds ...

 

... zur Zeit der staufischen Kaiser also, zur Zeit der ausklingenden Kreuzzugsabenteuer, zur Zeit des sich noch einmal am Ende eines 200jährigen Ringens aufgipfelndes Vorrangsstreites zwischen Kaiser und Papst, des sogenannten Investiturstreites, zur Zeit der sich überall durchsetzenden Geldwirtschaft.

 

Die Lehensordnung ist nicht mehr stabil.:

Überall in Europa und besonders in Deutschland streben die Vasallen nach immer größerer Unabhängigkeit von ihrem obersten Lehnsherrn, dem König.

Heirat, Vertrag und militärische Unternehmungen dienen der Abrundung von in sich geschlossenen Herrschaftsgebieten ohne fremde Herrschaftseinsprengsel seitens jener größeren Grundherren (Fürsten oder gar Könige), deren Ziel es nun wird, ´Landesherren´ zu werden und als solche das Leben aller effektiver zu ordnen.

Die Folgen der Geldwirtschaft verschaffen ihnen die Möglichkeit, die Dienste ihrer keineswegs immer treuen Aftervasallen entbehren zu können, um sie durch zuverlässige Beamte und Söldner zu ersetzen.