©gabriele weis

2.6.araberreich zurück-pfeil.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte) 2.8.frankreich-normannen

 zurück-pfeil.gif (2419 Byte)  2.7. HEILIGES RÖMISCHES REICH (DEUTSCHER NATION):

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1.  Sachsenkaiser :

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¨    Während des Zerfalls der Karolingermacht hatten sich im 9. Jhd. auf ostfränkischem Gebiet junge Stammesherzogtümer gebildet:  Sachsen, Franken, Schwaben, Bayern

¨    Ein eigenständiges ostfränkisches Königtum mußte im Kampf zwischen dieses Herzogtümern errichtet werden.

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¨    Als erste setzten sich die Sachsen durch.  Sie konnten Burgund und Lothringen erobern.

¨    So werden die ersten deutschen Könige aus der sächsischen Adelsfamilie der Ottonen gewählt.

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¨    Ihre königliche Macht beruht auf:

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·       der Wahl durch die Großen, die neuen Kronvasallen des neuen Reichs  -  auf der Grundlage der Designation (Bestimmung) durch den Vorgänger und des Geblütsrechts (ihrer Zugehörigkeit zur königlichen Sippe)

·       dem durch bischöfliche Weihe verliehenen Gottesgnadentum

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·       ihrem Hausgut und Reichsgut

·       ihrer Hoheit über die Kirche (Amtseinsetzungsrecht)

den königlichen Regalien (Hoheitsrechten):  Jagd-, Berg-, Salz-, Markt-, Münz-, Zoll-, Geleit- und Juden-Regal

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Otto l., Editha;

Otto I., Adelheid

Christus segnet Otto II. und Königin Theophanu

Otto lll.  -  Reichskirchensystem

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Ottonische Italien- und Reichskirchen- Politik

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¨    Die Ottonen betreiben an wichtiger Stelle gezielte Italienpolitik.  Ihr Reich braucht für seine Weiterentwicklung dringend den Anschluß an den wirtschaftlich blühenden Mittelmeerraum.

¨    Also trachten sie danach, die alte fränkische Herrschaft über Oberitalien zu erneuern und - wie einst Pippin und Karl der Große -  den Schutz des päpstlichen Kirchenstaates zu übernehmen.

¨    Das aber stellt sich als eine wieder und wieder sehr aufwendige Aufgabe heraus, weil sowohl der deutsche wie auch der päpstliche Herrschaftsanspruch  in Italien auf häufige Gegenwehr stößt.

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¨    Folgen der Italienpolitik:

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·       Impulse für die Wirtschaftsentwicklung des deutschen Reiches

·       Gewinnung der Kaiserwürde durch Romzüge des jeweils neu gewählten deutschen Königs  -  Salbung durch den Papst zum Schützer der abendländischen Christenheit  in der Nachfolge Karls des Großen und des spätantiken christlichen Römerreichs

 

>  das deutsche Königreich erhält infolgedessen den Namen ´Heiliges Römisches Reich´

 

·       immer wieder aber auch Schwächung der deutschen Königsmacht über die Vasallen:  die aufwendigen Italienzüge zur Befriedung der dortigen Städte vor allem sind den deutschen Vasallen Anlaß zu Forderungen nach vom König unabhängigen Vasallenrechten 

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>  das deutsche Lehenssystem wird unübersichtlicher und instabiler 

>  ein Zentralstaat wie in Frankreich oder England entwickelt sich infolgedessen hier in den folgenden Jahrhunderten nicht

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¨    Die Ottonen verbünden sich deshalb auf besondere Weise mit der Kirche:

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Sie vermehren gezielt das Kirchengut als Teil des Reichsgutes. 

>    Bald gibt es ebenso viele  - vom König/Kaiser auch in ihr Kirchenamt eingesetzte -  geistliche wie weltliche Vasallen  -  das sogenannte ottonische Reichskirchensystem ist entstanden.

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Ottonische Universalpolitik

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¨    Ihrer zeitweiligen inneren Schwäche steht in ottonischer Zeit ein enormer äußerer Machtgewinn des ´Heiligen Römischen Reiches´ gegenüber:

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¨    Die Slawen-Mission ist erfolgreich, der Ungarn-Einfall wird abgewehrt, der Osten des Reiches wird in Form von Marken an die Kulturgemeinschaft des Reiches herangeführt  

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¨    Herzog Boleslaw Chobry   wird 991 zum ´Stellvertreter des Kaisers´ in Polen ernannt  

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¨    Stefan von Ungarn   erhält die Königskrone und übergibt sein Reich dem Römischen Kaiser und Heiligen Stuhl als Oberherrn  

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¨    Otto III. nennt Polen, Ungarn, Böhmen und Dänemark ´Amici et socii populi Romani´(=Freunde und Bundesgenossen des Römischen Volks)

¨    die selbständigen Staaten des Westens  - Frankreich und England -  werden als ´Amici populi Romani´ bezeichnet

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¨    Otto III. wählt seit 997 bis zu seinem Tode Rom zu seiner Residenz  -  beigesetzt ist er in der Gruft Karls des Großen in Aachen, während der Petersdom in Rom die Grabstätte Ottos II. birgt

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¨    Auch auf die Papstwahlen nehmen die Ottonen entscheidenden Einfluß:

-          Otto I. bestimmt die Einsetzung Papst Leos VIII. (963-65, davor Beamter der päpstl. Kanzlei)  und Papst Johannes XIII. (965-72, davor Bischof v. Narni)

-          er duldet Papst Benedikt VI. (972-74; davor röm. Diakon) und Papst Benedikt VII. (974-83, davor Bischof v. Sutri)

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-      Otto II. bestimmt die Einsetzung Johannes´XIV. (983/4, davor Bischof v. Pavia)

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-      Otto III. bestimmt die Einsetzung Papst Gregors V. (996-99, Vetter des Kaisers, davor Hofkappellan) und Papst Silvesters II. (999-1003, davor Bischof v. Reims und Hofkappelan)

-      Otto III. unterschreibt sogar Urkunden des Papstes für die Grafschaft Barcelona

 

 

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Am Ende der sächsischen Ottonenherrschaft herrschen im ´Heiligen Römischen Reich´ zunächst schwierige Zeiten:

·       die Unabhängigkeit der Fürsten (Reichsvasallen) vom König/Kaiser ist bedenklich groß geworden

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·       Ein Bayern-König/Kaiser erneuert dann zunächst die deutsche Königs- und Kaiserherrschaft:

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Heinrich ll., Kunigunde

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Ihm folgen die fränkischen Salierkaiser auf dem Reichsthron:

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¨    In ottonischer Zeit revolutioniert überdies die bäuerliche Welt des Mittelalters in ganz Europa ihre Leistungskraft.

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¨    Europa ist damals noch immer dünn besiedelt  -  entsprechend gering ist seine noch ganz auf die Landwirtschaft gegründete Wirtschaftskraft:  über die Selbstversorgung hinaus wird kaum etwas produziert.

Der geringe Überschuß reicht gerade für ein ständisch-arbeitsteiliges Gesellschaftssystem: 

Mehr als 2% Adel und Klerus können von den landwirtschaftlichen Überschußerträgen nicht miternährt werden, um für ihre politisch-kulturellen Aufgaben frei zu sein.

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¨    um die Jahrtausendwende ist:

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-      die Bevölkerung so weit angewachsen,

-      soviel Ackergebiet hinzugewonnen (urbar gemacht)

-      und das landwirtschaftliche ´know how´ durch die systematische Entwicklungsarbeit der Klöster so weit entwickelt,...

 

...daß allenthalben eine Agrarrevolution stattfinden kann:

¨    Dreifelderwirtschaft und eiserner Pflug erhöhen die Produktivität entscheidend.

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·       Aus dem Willen der allmählich in Europa in differenzierteren Umrissen als zuvor neu organisierten Reichsvölker, das Erreichte kulturell zu sichern und weiterzuentwickeln, erwuchs:

·       eine immer intensivere Nachfrage der beiden führenden Stände nach ebenso nützlichen wie luxuriösen Gütern

·       ein Interesse an den besonderen wirtschaftlichen Möglichkeiten von Städten  -  soweit die Landwirtschaft in der Lage war, Nahrungsmittel für mehr als 2% nicht in der Landwirtschaft Tätige mitzuproduzieren

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·       entsprechende Stadtgründungs- und Förderungspolitik seitens der Oberschicht und des Kaisers durch:

·       gezielte Privilegierung jüdischer Fernhandelskaufleute zur Ankurbelung des schwachen Handels

·       Vergabe von Marktprivilegien

·       Einräumung und Gewährleistung der persönlichen Freiheit der Stadtbürger

·       Entwicklung einer korporativen Selbstorganisations- und -verwaltungsordnung für die städtischen Bürgerschaften:  Handwerkerzünfte + Kaufmannsgilden;  eigene Geschworenengerichte und Räte

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>> Bald gehen die entscheidenden Wirtschaftsimpulse

 von den Städten aus:

·       die zunehmende Ausdifferenzierung der Handwerkerberufe und die entsprechende Entwicklung der Fertigkeiten sorgt für eine sichtlich steigende Nachfrage

·       auch der wachsende Wohlstand der Stadtbürgerschaften selbst wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor

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>>  im ständigen Ringen der  theokratisch-feudalen Politik-Organisatoren um Machtanteile gewinnt die Wirtschaftskraft der Städte eine immer größere, weitere Nachfrage erzeugende Bedeutung!!!

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