1.4.a-ALTÄGYPTEN um 1250 v.chr.
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1.4.b7-fiktive biographie-sklavin sarah
1.4.b6-fiktive biographie:::
´SKLAVE MOSES´
Du lebst um das Jahr um das Jahr 1250 v.Chr. - im letzten jener insgesamt 3 Großreiche, die am Ende rund 2 Jahrtausende lang die Geschichte Altägyptens geprägt haben werden: zur Zeit des Neuen Reiches, das von 1550 - 1085 v.Chr. dauerte.
Die mehr als fünf Jahrzehnte, die Dein Leben inzwischen währt, waren von Anfang an gezeichnet gewesen von den Leiden, die Dein Volk während des letzten Jahrhunderts in Ägypten zu ertragen gehabt hatte:
Als ´pharaonischer Kindermord´war der Befehl Sethos´I. in die Mythen Eures Volkes eingegangen, die männliche Neugeburt der Hebräer töten zu lassen, um dem für die Ägypter beängstigend raschen Anwachsen ihres wichtigsten Sklavenvolkes entgegenzuwirken und es botmäßig zu halten.
Dieser Befehl hatte Deine Eltern einst verzweifelt nach einem Ausweg suchen lassen.
Und Du selbst und sie hatten Glück gehabt: Ausgerechnet die Tochter Pharaos hatte das Binsenkörbchen gefunden, in dem man Dich auf dem Nil ausgesetzt hatte in der Hoffnung, eine mildtätige Seele werde sich Deiner schon annehmen.
Pharaos Tochter hatte Dich sogar an Sohnesstatt großgezogen!
Als jungen Mann zog es Dich gleichwohl häufig in die Siedlungen der hebräischen Zwangsarbeiter. Du wußtest von Deiner Herkunft, erinnertest Dich gar noch an Deine Mutter, die Deine Schwester einst mit der Klugheit einer Schlange ihrer pharaonischen Herrin als Amme untergeschoben hatte.
Die Ausschreitungen der ägyptischen Aufseher gegen die Männer Deines Volkes hatten Dich jedoch eines Tages, als Du wieder einmal Zeuge einer ausufernden Prügelszene geworden warst, so aufgebracht, daß Du den Ägypter voll unbändiger Wut erschlagen hattest!
Flucht war der einzige Ausweg aus dieser Situation gewesen. Du wandtest Dich in die Gegend östlich des Nildeltas, wo Dich zunächst nichts als nicht enden wollende Wüste erwartete. Völlig entkräftet warst Du an ihrem östlichen Rande - im Lande Midian, wie die Menschen dort es nannten - auf einen Hirtenclan gestoßen, der Dir Aufnahme gewährt hatte.
Schon hattest Du Dich auf ein Leben unter diesen Dir ans Herz gewachsenen Fremden eingerichtet und eine Familie gegründet, da brach der Schutzgott Deines Volkes seit Urväterzeiten in Dein Leben ein und stellte es noch einmal völlig auf den Kopf:
Als Stimme aus einem brennenden Dornbusch war er Dir entgegengetreten, hatte Dir seinen Namen offenbart - Jahwe: ´Ich bin der ich bin´ - und Dir abverlangt, Dich zum Führer Deines Volkes aus Ägypten zu machen!
Diese Rolle lastet seither überschwer auf Deinen Schultern. Sie schien Dir immer unendlich viel zu groß. Aber Dein Gott war, allen Bitten zum Trotz, entschieden nicht gewillt gewesen, sie Dir zu ersparen. Und so schicktest Du Dich nun schon seit Jahren voller Zagen in sie hinein.
Viel war zu tun gewesen, bis Dein Volk vorbereitet war für das gefährliche und kaum wägbare Fluchtunternehmen, zu dem Jahwe es durch Dich aufgefordert hatte.
Noch mehr, bis ausgelotet war, ob die Ägypter nicht doch zu irgendeiner Form von Einwilligung zu bewegen waren, die die Auszugsrisiken gemindert hätte.
Immer wieder hattest Du verhandelt, auf die Verschlechterung der Ernährungslage infolge der vielfältigen Plagen der letzten Jahre hingewiesen, die es den Ägyptern doch nur willkommen erscheinen lassen mußte, die Zahl der Esser in ihrem Land verringert zu sehen.
Auch waren die Hebräer ja bis in diese letzten Monate voll peinigenden Ungemachs ein Völkchen, das die Ägypter vor allem auch deshalb ängstigte, weil es sich so schnell vermehrte.
Warum es also nicht ziehen lassen?
Für Dich bestand da kein Zweifel: all diese Plagen - von der blutigen Rötung des Nil, in dem die Fische starben, über Frösche, Mücken, Fliegen, Seuchen, Hagel, Feuer, Heuschrecken und Sonnenfinsternis und am Ende gar die geschlagene Erstgeburt der Ägypter - waren das Werk Jahwes, der den Pharao über seine Macht und seinen Willen belehrte.
Du selbst bist in Deinem Vertrauen auf diesen unendlich unauslotbaren, Deine Seele tief erschütternden und seine Bundestreue zu dem von ihm auserwählten Volk wieder und wieder machtvoll und entschieden demonstrierenden Gott von Tag zu Tag unerschütterlicher geworden, seit Du Deiner schweren Rolle gerecht zu werden versuchst.
An Deiner tiefen persönlichen Verzagtheit vor der ungeheuren Aufgabe, die Du in Seinem Namen ausführen sollst, ändert das jedoch nicht das Mindeste. Ohne Deinen um vieles wortgewandteren, Bruder Aaron fiele Dir alles noch schwerer.
Die Welt der Ägypter, Deine Kinder- und Jugendjahre im Hause der Tochter Pharaos sind mittlerweile weit von Dir gerückt wie flüchtige Eindrücke.
Sie haben sich Deiner Seele offenbar nicht besonders tief eingeprägt.
Wichtiger war Dir, einem etwas sperrigen und wortkargen, fast verschlossenen Menschen immer der heimliche Kontakt zu Deiner wirklichen Familie gewesen. Ihre Freuden und Leiden waren es, die Dich weit mehr berührt hatten als der Glanz des ägyptischen Gesellschaftslebens um Dich herum.
Ramses´II. Tochter Eseemcheb hatte Dir trotz Deiner offenbaren Unzugänglichkeit für alles Ägyptische ihre Gutherzigkeit und Zuneigung bewahrt. Sie, die keinen weiteren Einfluß am Hofe ihres Vaters genoß und ganz ihren von niemandem weiter beschnittenen Eigenwilligkeiten lebte, hatte Deine Eigenart nie infrage gestellt und Dich von Kindheit auf großherzig distanziert Deiner Wege gehen lassen - Deiner Dankbarkeit in keiner Weise bedürftig. Auf diese Weise hatte sie Deinen Gesichtskreis kaum berührt. Und Du konntest werden, was Du heute bist: ein ganz und gar von Deinem Gott und Deiner Aufgabe erfüllter, immer noch eher unzugänglicher Mensch.
Die letzten Wochen waren dann die schwierigsten: Aufbruch, Not und wundersame Rettung hatten Dein Volk bis weit in die Wüste Sinai vorankommen lassen.
Wieder und wieder fordert Jahwe Dich dabei bis zum Äußersten:
Die er Dir anvertraut hat, haben in Ägypten mehr von ihrer kulturellen Eigenart eingebüßt, als ihnen selbst bewußt geworden war - bis sie jetzt mitten auf dem Weg in all ihren Verunsicherungen auf Riten verfielen, wie die Ägypter oder auch die Urvorfahren der Kinder Israels in ihrer ursprünglichen Heimat Mesopotamien vor den Zeiten Abramham sie gepflegt hatten!
Keiner ist darüber verzweifelter als Du!
Denn just in dem Augenblick, in dem Du von der erschütterndsten Deiner Gottesbegegnungen hoch droben auf dem Berge Sinai zu den Deinen zurückgekehrt bist, findest Du sie bei Ritualen, die sie weit weit entfernen vom ersten und wichtigsten jener 10 Gebote, die Du soeben vom Herrn zu ihnen herabbringst.
Zorn übermannt Dich! Wie soll es nur weitergehen?