1.4.a-ALTÄGYPTEN um 1250 v.chr.
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1.4.b5-fiktive biographie-krieger panahemsis
1.4.b4-fiktive biographie:
´KAUFMANNSFRAU INEFERTI´
Du lebst um das Jahr 1250 v.Chr. - im letzten jener insgesomt 3 Großreiche, die am Ende rund 2000 Jahre lang die Geschichte Altägyptens geprägt haben werden: zur Zeit des Neuen Reiches, das von 1550 - 1085 v.Chr. dauerte.
Wie Dein Bruder Panahemisis stammst Du aus dem oberägyptischen Ombos, in der Nähe von Syene, dem späteren Assuan.
Dort bist Du mit 10 Jahren Abstand zum jüngsten Deiner Brüder, Panahemisis, als Nachkömmling in einer reichen, schon lange ortsansässigen ägyptischen Kaufmannsfamilie geboren und aufgewachsen.
Du bewunderst ihn und schätzt ihn samt Deiner ganzen Verwandtschaft als unerschöpfliche Erzählquelle. - Eine vergleichbare Frömmigkeit wie er hast Du jedoch nie entwickelt.
Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren mit dem umtriebigen Sohn eines phönizischen Handelspartners Deines Vaters verheiratet, führst Du, die heute 50-Jährige, schon lange eines der größten Häuser in Deiner Heimatstadt.
Dein Gatte Hiram genießt am Ort und weit darüber hinaus in Süd und Nord so hohes Ansehen, daß Euer prächtiges Stadthaus in Ombos einen der Brennpunkte des gesellschaftlichen Lebens in dieser Stadt bildet.
Die Familie Deines Mannes stammt aus Tyros an der Küste Libanons.
Dein Schwager Assarhaddon betreibt ein ähnlich bedeutendes Handelskontor wie Dein Mann im Fremdenviertel von Memphis, der einstigen Reichshauptstadt der Frühzeit und des Alten Reiches.
Ein weiterer Schwager leistet von Ramsesstadt aus einen immer bedeutenderen Beitrag zu den Handelsaktivitäten des staunenswert weit gefächerten phönizischen Familienverbandes, in den Du da hineingeheiratet hast.
Insgesamt fünfmal in den mittlerweile mehr als 30 Jahren Eurer Ehe sind Dein Mann, Du und Euer einziger Sohn Kusch mit einem Teil Eurer Dienerschaft zu einer monatelangen Rundreise durch die über alle Länder Eures Erdkreises verstreut lebende Verwandtschaft Hirams aufgebrochen. Es waren Dir jeweils unvergeßliche Tage:
Das Nebeneinander selbständiger phönizischer Stadtstaaten, das Du im libanesischen Tyros kennengelernt hast, unterscheidet sich wesentlich von Eurer ägyptischen Reichskultur:
Eine Handelsaristokratie mit politischem Selbstverwaltungsrecht gibt es in Ägypten nicht!
Das erscheint Dir aber im Grunde auch ganz gut so. Soviel Händlerblut auch in Deinen Adern fließt, und so sehr Du die Atmosphäre von Häfen und Märkten genießt, wo immer Du sie hast antreffen können - in der Welt der Phönizier ist für Deinen Geschmack der Handel denn doch zu sehr die alles bestimmende Größe!
Die Produkte, die in diesen Stadtstaaten hergestellt werden, gefallen Dir selten so gut wie diejenigen, die Eure Handwerker zu gestalten wissen: Die Phönizier mischen die Stilrichtungen der Völkerschaften Eures Erdkreises nämlich nicht selten auf wenig geschmackvolle Weise, so findest Du. Du liebst es geradezu, über solche Geschmacksfragen manchmal stundenlang mit Deinem Mann freundschaftlich zu streiten.
Ein Großteil der Arbeitskräfte Deines Mannes, die im Hafen von Ombos den Warentransport vom und zum Markt bewerkstelligen, sind nubische Sklaven. Auch Eure Dienerschaft besteht etwa zur Hälfte aus Sklaven unterschiedlicher Herkunft.
Diese Privatsklaven haben es weit besser als die Staatssklaven des Pharao - gleichwohl möchte kein Ägypter mit ihnen tauschen.
Über einen Teil dieser Staatssklaven - die Hebräer - gehen seit Monaten die schlimmsten Gerüchte um. Gestern sollen sie endlich die Flucht gewagt haben...
Ihr habt weiter nichts mit diesen Leuten zu tun. Aber auch Dich erregt, was Du da hörst.
Die übrigen Angestellten Deines Mannes sind mehrheitlich phönizischer Herkunft.
Für die Pflege der Kontakte zu den einheimischen Kunsthandwerkern und zu den Verwaltern der pharaonischen Bergwerke rings um Ombos beschäftigt Hiram jedoch vorwiegend Ägypter. - Dein Neffe Hamet macht sich hier besonders gut.
Drei andere Deiner Neffen haben, von ihren Vätern dazu gedrängt, Beamtenstellen angestrebt:
Sie sollen in der pharaonischen Bergbauverwaltung eine vorteilsträchtige Anlaufstelle für die Handelskontakte mit Euren Familien zu bilden versuchen.
Intef und Wermerutef haben dabei ganz im Sinne ihrer Väter mitgespielt.
Der ernstere Chaipu jedoch hatte sich solchen vetternwirtschaftlichen Zielsetzungen sanft, aber entschieden verweigert. Er nimmt seine Schreiberpflichten im Sinne der Reichsverwaltung ernst und hält es für seine Pflicht vor allen anderen die Interessen Pharaos zu wahren. Ramses II. hat das bereits vor Jahren während einer seiner Nilreisen mit Wohlgefallen bemerkt und zu belohnen gewußt: Chaipu ist zum Obersten Verwalter aller Bergwerke von Ombos befördert worden!
Du hast Sympathie für Chaipus Haltung. Dein Mann aber ärgert sich oft über ihn.
Euer einziger Sohn Kusch dagegen taugt zu Deinem und Hirams übergroßem Leidwesen überhaupt nicht für den Kaufmannsberuf! Mit seinen mittlerweile 25 Jahren hat er noch immer nicht wirklich zu sich selbst gefunden. Haltlos zieht er mit seinen windigen Freunden von einem Gelage zum anderen. Lange schon erreichen ihn Eure immer wieder einmal geäußerten elterlichen Ermahnungen und Rügen nicht mehr. Mit seinem Vater wechselt er seit mehr als 2 Jahren kein Wort! - Du bist deswegen oft ganz verzweifelt.