©gabriele weis

1.3.a-ALTÄGYPTEN um 2945 v.chr.l-gvi.gif (5336 Byte)zurück-pfeil.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte)l-gvi.gif (5336 Byte)1.5.a-MITTELMEERRAUM um 560 v.chr 

l-gvi.gif (5336 Byte)//´Geschichte von innen´:  1.4.a   ANTIKE HOCHKULTUREN 2 / ALTÄGYPTEN - 
NEUES REICH  1550-1085 v.Chr.: 

 

       
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1.4.b1-fiktive biographie-pharao ramses ll.l-weiter.gif (2419 Byte)l-gvi.gif (5336 Byte)
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l-gvi.gif (5336 Byte)  fiktive erzählerrede:

 

 

Ihr lebt um 1250 v.Chr..

 

Euer Volk kann auf eine Jahrtausende alte, äußerst wechselvolle, meistenteils jedoch große Geschichte zurückblicken.

 

 

Heute ist Ramses II. Euer Pharao (1290-1224).

Er hat alle Hände voll damit zu tun, die erst seit knapp 40 Jahren neu gefestigte Großmachtstellung Eures Landes zu verteidigen und erneut auszubauen.

Denn aus Westen, Norden und Osten drängen immer mehr Völkerschaften in das Herrschaftsgebiet Eures Großreiches. Eure Hauptgegner waren dabei vor gar nicht langer Zeit die Hethiter: Ihr von Kleinasien aus entfaltetes Großreich hatte sich mit dem Euren im Libanon und in Palästina gestoßen.

 

Es ist jetzt rund 230 Jahre her, seit Euer Land unter Pharao Thutmosis III. (1490-1436) seine größte Ausdehnung erreicht hatte:

Seither kennen alle das Ägypten, in dem Ihr lebt, als das bisher 3. Ägyptische Großreich. - Ihr nennt es ´Neues Reich´.

Noch rund 200 Jahre nach Euch wird es bestehen und dann rund 500 Jahre umfaßt haben - die Jahre zwischen 1570 und 1085 v.Chr..

Vor der Reichserneuerung durch Thutmosis III. hatten Eure Vorfahren rund 80 Jahre lang die Fremdherrschaft der Hyksos zu erdulden gehabt.

 

 

Anders als das Ägypten der Frühzeit (vor nunmehr rund 1500 Jahren!) oder auch das Ägypten des ´Alten Reiches´ (vor rund 1000 Jahren!) ist Eure Heimat seit den Zeiten des ´Mittleren Reiches (2134-1650) - und heute erst recht - eine Großmacht!

Euer derzeitiger Pharao Ramses II. macht Herrschaftsansprüche geltend über:

Einen großen Teil der Ägäis - die inzwischen vor allem zum Einflußbereich der griechischen Herren von Mykene (1600-1150) gehört,

Über Kleinasien und den Nahen Osten - wo sich ihm das kleinasiatische Reich der Hethiter entgegenstellt, und

Über Mesopotamien, das Zweistromland am Persischen Golf - in dem der persische Stamm der Kassiten zwischen 1530 und 1160 das Babylonische Reich anführt... - und in dem die Assyrer im Verlauf ihres ´Mittleren Reiches´(1375-1047) zu Eurem neuen großen Rivalen aufzusteigen beginnen.

  

 

Wenn es Abend wird, scharen sich in Euren Dörfern und Städten nicht selten zunächst die Kinder Eurer Bauern und Handwerker, dann allmählich auch deren Eltern und Großeltern um die von Ort zu Ort ziehenden Erzähler.

Phantastische Geschichten liebt Ihr alle zwar am meisten. Berichte von den Erlebnissen Eurer Vorfahren aus der so unendlich langen Geschichte menschlichen Lebens am Nil ziehen Euch jedoch kaum weniger in ihren Bann.

Es sind solche Erzähler oder die zur Unterhaltung in den Häusern der Reichen aufmarschierenden Sänger und Dichter, die in Eurem Volk die Erinnerung an Eure großen Pharaonen, an schreckliche Elendszeiten und an wichtige Veränderungen im Leben Eurer Vorfahren festhalten.

 

In solchen Erzähl- und Unterhaltungsstunden ist dann die Rede von den Ursprüngen der Macht des Pharao in der Frühzeit Ägyptens (2950-2650 v.Chr.) - mehr als 2000 Jahre vor den ebenfalls, wenn auch ganz anders ruhmvollen Zeiten, in denen Ihr gerade lebt:

 

Damals hatten der Gründer Gesamt-Ägyptens, Aha-Menes, die Priesterschaft Eures Landes und immer größere Teile Eures Volkes begonnen, sich die neue, unvergleichliche Machtfülle eines Herrn über ganz Ägypten auf einzigartige Weise zu erklären:

Ihre Mythen hatten sie - nicht viel anders als Euch heute - dazu angehalten, die Wurzeln Ihrer Kultur, die weiteretwickelt auch die Eure ist, als ein Werk der Götter zu begreifen. Sie waren überzeugt davon, daß einst einige Eurer Götter selbst die Erde regiert haben und Euch dann eine ganz besondere halbgöttliche Form der Königsherrschaft geschenkt haben: In jedem Eurer als Pharao herrschenden Könige verkörpern sich diese Götter im Leben wie im Tode von neuem mit den ihnen eigenen Kräften.

 

Einst hätten zwei dieser Götter, Bruder und Schwester, dafür gesorgt, daß am Nil eine Königsherrschaft entstand, die weise genug war, das Leben von Mensch und Natur zu erhalten und zu mehren.

Isis, die vielfältig Menschen- und besonders Kinderfreundliche, und Osiris, der Erd- und Vegetationslenker, - so hießen die beiden - taten das, als sie sich entschlossen, ihre dem Leben zugewandten Kräfte in Form einer eigenen Götterfamilie zu vereinigen, um sie in einem gemeinsamen Sohn zu erweitern bzw. zu verstärken. Die Frucht ihrer Vermählung nannten sie Horus. Er sollte die Kräfte seiner Eltern mit der Kraft der Sonne zum Leben bringen. - Entsprechend seht Ihr in Osiris den Begründer Eures Wohlstandes und in Horus dessen immerwährenden Erhalter.

Der Kampf nun, den Isis und Osiris unterdessen mit ihrem neidischen Bruder Seth zu bestehen hatten, hatte die Nilbewohner nicht nur diesseits des Todes mit der Sorge jener neuen Götterfamilie beschenkt, so wissen es Eure Weisen zu berichten: Denn Osiris war in diesem Kampf nicht allein das Mordopfer des neidischen Seth geworden. Dieser hatte ihn auch noch um sein jenseitiges Leben bringen wollen, indem er die Leiche des Bruders zerstückelt im ganzen Lande verteilt hatte. Isis dagegen hatte nicht geruht, bis sie alle Überreste ihres geliebten Bruder-Mannes ausfindig gemacht und sie in Würde wieder zusammengefügt und bestattet hatte - Voraussetzung für die Möglichkeit einer Fortexistenz in jener Unterwelt jenseits des Todes, die allem, was lebte, bereit stand.

Der durch die über den Tod hinausgreifende Liebe seiner Schwester-Frau mit einem Leben jenseits des Todes beschenkte Erd- und Vegetationslenker hatte damit ´dank´ der Mordtat seines Bruders in seine Sorge um das Wohl der Nilbewohner auch das Jenseits einbeziehen können - einen Sohn zurücklassend, der statt seiner das Wohl des Erdkreises in Händen hielt. Was Osiris im Leben gewesen war, wurde er für die Menschen seines Herrschaftsbereiches nun auch in der Unterwelt, die diese einst erwarten würde: Herr und Schenker einer weisen Ordnung.

 

Seitdem, so erzählen es Euch Eure Weisen, haben Vater und Sohn ein höchst geheimnisvolles Band zu Euch Nilbewohnern geknüpft: Sie verkörpern sich immer von neuem in jedem Eurer pharaonischen Reichseiniger oder Reichserhalter!

Als Lebender ist Euer jeweiliger Herrscher Horus.

Sobald er gestorben ist, nimmt er die Gestalt des Osiris an.

 

 

Die Flußlandschaft, in der Ihr lebt, macht Euer Volk seit Urzeiten hellwach für das Zusammenspiel von Werden und Vergehen, das alles Leben bestimmt.

Dieses Zusammenspiel ist Euch heilig, und Ihr erklärt es Euch mit Hilfe der Götter, die Ihr verehrt.

Auch diese Götter unterliegen ihm: sie sind sterblich, und ihre Wiedergeburt im Jenseits erhält den Menschen ihre Kraft. - Im Falle des Osiris erneuert sich diese Kraft in jedem neu ins Totenreich eintretenden Pharao.

Und diese Götter sind zeugungsfähig. Was sie gezeugt haben, setzt sich in immer neuen Verkörperungen in der Welt fort.

 

Politische Herrschaft - und damit eine wohlstandsförderliche Lebensorganisation - kann in Euren Augen nur gelingen, wenn sie mit dem Zusammenspiel von Werden und Vergehen, von Leben und Tod so vertraut ist wie jene Eurer Götter, die Euch diese Herrschaft einst gebracht haben - wenn diese Herrschaft also selbst göttlich ist!

Deshalb sehen Eure Zeitgenossen im ersten Eurer Pharaonen, Aha-Menes, wie in jedem seiner Nachfolger einen neuen Horus, der sich nach seinem Tod wandeln wird in Osiris.

Herrschaft über die Lebenden und Herrschaft über die Toten sind für Euch deshalb wie die zwei oberflächlich verschiedenen Seiten ein und derselben Medaille.

Nur wenn Eure Pharaonen zwischen Leben und Tod ihr Antlitz wandeln - so, wie der Fluß, dem Ihr alle Euer Leben verdankt, das Gesicht der Landschaft wechseln läßt zwischen Trockenheit, Überschwemmung, aufblühender Vegetation und erneuter Trockenheit -, wenn sie also Horus sind, um Osiris zu werden, ist Euer Auskommen im Leben wie im Tode gesichert. Seit Aha-Menes über Euch herrscht, beginnen immer mehr von Euch in solchen Zusammenhängen zu denken.

 

Das glauben viele von Euch bis in Eure Gegenwart - rund 2000 Jahre nach Aha-Menes, Eurem ersten Pharao.

 

 

In Euren abendlichen Erzählrunden werden Eure göttlichen Pharaonen dann regelmäßig reihenweise wieder lebendig zunächst als die großen Totenstadt- und Pyramiden-Erbauer Eures ´Alten Reiches´ (2950-2650 v.Chr.):

Mit eigenen Augen gesehen hat diese gewaltigen Anlagen gewiß nur ein begrenzter Teil Eures Volkes. Was Eure Vorfahren dort errichtet haben, beschäftigt gleichwohl die Phantasie aller bis auf Eure Tage.

Denn nicht anders als Eure Vorfahren lebt Ihr in einem Land, das abhängig ist von den extrem wandelbaren Eigenschaften des alle nährenden Nil.

Euer Alltagsleben in all seinen Verästelungen, ja, Euer gesamtes Denken und Fühlen hat mit den Eigenschaften dieses Flusses zu tun. Das macht es einzigartig in der ganzen Euch bekannten Welt.

Damals wie heute ist es der Fluß, der zunächst den äußeren Rhythmus Eures Lebens bestimmt:

Die Nilschwelle bringt Euch Jahr für Jahr eine von Juni bis Ende September währende ´Zeit der Überschwemmung´, gefolgt zwischen Oktober und Februar von einer Phase des ´Auftauchens der Felder aus dem Wasser´, bis von März bis Juni die ´Zeit der Trockenheit´ den Kreislauf der Jahreszeiten beschließt.

Dieser Jahreszeiten-Zyklus hat Auswirkungen auf Eure mit den Jahreszeiten wechselnden Tätigkeitsfelder: der Pharao und sein Verwaltungsapparat bestimmen, welche meistenteils gemeinschaftlich organisierten Arbeiten Ihr wann, in welchem Umfang und unter welchen Zielsetzungen auszuführen habt.

 

Der Jahreszeiten-Zyklus hat darüber hinaus seit je Einfluß auf Euer Denken:

Der Fluß, der es überhaupt erst ermöglicht, in diesem sonst nur Wüste bietenden Winkel der Erde staunenswert auskömmlich zu leben, macht Euch hellwach und sensibel für die innere Ordnung der Welt. - Ihr nennt sie ´maat´ und verbindet mit ihr Werte wie ´Ordnung´, ´Wahrheit´, ´Gerechtigkeit´, ´Rechtschaffenheit´.

Wenn die Menschen, so denkt Ihr, diese Werte als unveränderliche Eigenschaften der Welt begreifen lernen und ihr Gemeinschaftsleben nach ihnen ausrichten, wird nicht nur in ihrem irdischen Leben die Welt alles an sie austeilen, was sie zum Leben brauchen. - Auch Euer jenseitiges Leben wird sich dann für Euch als jene Ansammlung von Glücksmomenten darstellen, als das es Euch die Weltordnung prinzipiell bereithält!

Ihr seid in einer Welt groß geworden, in der ein wachsendes Volk in Jahrtausenden gelernt hat, daß es kein unwägbares Risiko darstellt, sich vertrauensvoll abhängig zu machen von einem ebenso verheerenden wie fruchtbringenden Naturereignis wie der Nilschwelle. Vertrauen in die Ordnung der Natur prägt Euer ganzes Lebensgefühl nicht minder als die Erfahrung, daß ein geordneter Umgang mit den Kräften und Geschenken der Natur Euch einen Ausbau Eurer Lebensgrundlagen ermöglicht, der Euch wachsenden Wohlstand einbringt und eine unanfechtbare Stellung unter den Völkern Eurer Nachbarschaft.

Vertrauen viel mehr als Ängstlichkeit bestimmt deshalb auch Euer Verhältnis zum Tod.

Da nichts mit seinem Vergehen auf dieser Erde einfach verloren ist, sondern immer in irgendeiner Art von veränderter Gestalt wieder auftaucht, erscheint es Euch als eine absolute Selbstverständlichkeit, daß Euer Leben in einer Welt jenseits des Todes weitergeht.

Ihr verwendet deshalb über die Jhrtausende hinweg einen nicht unwesentlichen Teil Eures Lebens darauf, Euer eigenes Grab wie das Eurer Fürsten und nun vor allem jenes des Pharao vorzubereiten.

 

Die Pharaonenherrschaft, die den Nilbewohnern nun seit den Zeiten des Aha-Menes ihr Auskommen sichern hilft, hat den Jenseitsvorstellungen Eures Volkes über die Jahrtausende hinweg einen einmaligen Mittelpunkt verschafft:

In der diesseitigen wie der jenseitigen Göttlichkeit Eures Pharao liegt für Euch die Quelle nicht allein Eures irdischen, sondern mindestens ebenso sehr auch die wichtigste Quelle Eures jenseitigen Glücks! Untertan eines pharaonischen Totenstadt-Erbauers gewesen oder gar im Grab des Pharao abgebildet oder erwähnt zu sein, verleiht jedem von Euch bis heute den ihm zustehenden Anteil an der Existenz seines Pharao als Herr in jener Welt der Totenreiche, die alles Lebende nach dem Tode erwartet. So behält Euer Leben nach dem Tod den im maat der Welt vorgegebenen Ordnungsrahmen, der alles Werden und Vergehen aufeinander bezogen hält.

Eingefügt sein in den Gang der Welt - das war Eurem Volk von Urzeiten an wichtig. Und so machten, ja, so fanden Euch Eure Herrscher über die Jahrtausende hinweg immer wieder zu den ungewöhnlichsten Anstrengungen bereit, wenn es darum ging, Leben und Tod m Nil dem anzugleichen, was die Weisesten und Frömmsten Eures Volkes über jene maat der Welt auszusagen wußten, die die Wandlungen des Nil Euch bis heute so intensiv fühlbar machten.

Dennoch:

Es hatte in der Vergangenheit Eures Volkes Zeiten gegeben, in denen erschreckend viele Eurer Landsleute diese Anstrengungen nicht überlebt hatten und in denen Euer ganzes Volk - seine Pharaonen nicht weniger als der ärmste Fellache oder Sklave - für Jahre, Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte mit Elend und politischem Verfall dafür hatte bezahlen müssen, daß es sich zu Vorhaben verpflichtet hatte, die über seine Kräfte gegangen waren.

Das Leuchten in den Augen derer, die die Totenstädte der Früh- (2950-2650) wie der Pyramiden- (2650-2155) und schließlich der großen Temprelgräber-Zeit (2134-1650) vor Eurem inneren Auge lebendig werden lassen, erlischt jedesmal, wenn sie sich und Euch an die Zehntausende von Toten erinnern, die jene Bauten gekostet haben.

 

Manche besonders Gebildete unter Euren Erzählern und Lehrern wissen aus der faszinierend langen Geschichte Eures Volkes so manche Kurve von Aufstieg, Blüte, Überanstrengung und Verfall aufs Anschaulichste nachzuzeichnen. Immer stehen diese Kurven in engem Zusammenhang mit Veränderungen im Lebensrahmen und im Denken Eures Volkes. Und bis in Eure Tage in der Mitte des 13. Vorchristlichen Jahrhunderts - so ermahnen Euch die Weisen Eures Volkes immer wieder - sind es Eure Totenstädte, die Euch ein beredtes Zeugnis ablegen von den Vorgängen, die Euer Volk wieder und wieder auf die Gipfel von Höchstleistungen wie in großes Elend gestürzt haben:

Problemkurve ´Altes Reich´:

Am Ende des 27. Vorchristlichen Jahrhunderts - so kommen die großen Mahner unter Euren Zeitgenossen auf das damals wie in Euren Tagen gleichermaßen unerhörte Unterfangen des Pyramidenbaus und seiner Folgen zu sprechen... .... am Ende des 27. Vorchristlichen Jahrhunderts hatte Pharao Djoser die stolzen Früchte von fast 2 Jahrhunderten Pharaonenherrschaft in Händen gehalten:

Der immer straffer zentralisierte und sich damals ganz auf seine innere Entwicklung konzentrierende Beamtenstaat Eures Alten Reiches hatte die Kräfte der Menschen nicht zuletzt dadurch multipliziert, daß nun eine bis dahin nie gekannte Rechtssicherheit herrschte.

Das Land war reich geworden, und seine bis dahin 14 Pharaonen hatten sich in der Lage gesehen, ihr wachsendes Volk besser denn je zu versorgen - die vorrangigste ihrer Aufgaben.

 

Was hatte folglich näher gelegen, als dem so staunenswert effektiv gewordenen Staatsgebilde eine möglichst passende, also neuartige Form der traditionellen pharaonischen Totenstädte an die Seite zu stellen?

 

Für Pharao Djoser und seinen Bauherrn Imhotep war aus solchen Überlegungen heraus die Pyramide die Grab-Form, die besser als jede andere nicht nur die gewachsene Machtfülle der pharaonischen Reichserhalter angemessen zu veranschaulichen vermochte, sondern mehr noch die höheree Göttlichkeit, die den Pharaonen mittlerweile zugewachsen war.

Je gewaltiger die Ausmaße einer solchen Grabpyramide, desto sinnlich erfahrbarer würde es allen Ägyptern werden, daß Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits sich berührten ... und wie sehr es der Pharao war, in dessen Person diese Berührung ihr Zentrum, ihren alle und alles belebenden Ausgangspunkt hatte.

 

Schon Djosers noch als Stufen-Mastaba ausgeführtes Pyramden-Projekt hatte dem ägyptischen Volk große Lasten auferlegt...

... aber Djosers Nachfolger hatten den Menschen die erforderliche Erholungspause gewährt.

 

Dann aber hatten Cheops, Chephren und Mykerinos die Nilanwohner des 26. Und 25. Vorchristlichen Jahrhunderts innerhalb eines Zeitraums von nur 80 Jahren(!) zum Bau von 3 Riesenpyramiden vollendetster Formgebung zu bewegen vermocht.

Daß sie ihre Untertanen je länger je mehr auch mißbrauchten, weil sie deren Leistungsgrenzen erbarmungslos überschritten und weil sie ihre Projekte nicht verwirklichen konnten, ohne wichtige Teile von jener Macht abzugeben, deren unteilbare Größe die Pyramiden doch eigentlich ausdrücken sollten(!), war ihnen wie ihren Untertanen wohl zu wenig bewußt gewesen. –

 

Immer wieder ist es dieser Punkt, den die Weisen Eures Volkes betonen:

Zehntausende hatten Gesundheit und Leben drangeben müssen, damit die Mächtigsten Pharaonen ein nicht minder machtvolles Totenreich für alle Ägypter würden regieren können.

Wie aber war es infolge der Pyramidenbauzeit mit der Entwicklung der Machtfülle der Pharaonenherrschaft bestellt?

 

Die Ersten und Ehrgeizigsten unter den Pyramidenbauern des Alten Reiches hatten ihre bis dahin nie gekannte Macht bereits dadurch auch schon wieder zu verspielen begonnen, daß es ihnen nicht mehr genügte, als der lebende Horus Regent ihres Erdkreises zu sein.

Schließlich kannte der uralte Sonnenkult Eures Volkes noch eine weit höheren Lichtgestalt am Götterhimmel als den Sohn des Erd- und Vegetationsgottes! - Neben und über Horus verehrte es seit alters Re, den Sonnengott und Weltenschöpfer, dem eine bedeutsame Priesterschaft in Heliopolis diente.

Es war eines Tages verführerisch geworden, beide Gottheiten in eins zu denken: Wenn Horus und Re ineinanderflossen, ließ sich der ägyptische Götterhimmel hierarchischer denken als bisher. Dann war Pharao die wiederum Sohnesstelle einnehmende Verkörperung nicht nur eines wichtigen, sondern des höchsten Gottes - seine Macht also unermeßlicher als je zuvor!

 

Immer schon nämlich war es für Euer Volk von großem Reiz, mit wandelbaren Götterbildern zu leben und mit Eurem Götterhimmel ebenso ordnend umzugehen wie mit Euren irdischen Lebensformen.

 

Nicht wenige Eurer alten Pharaonen haben nun aber diesem Reiz in einem Maße nachgegeben, das ihre eben noch auf neue Höhen geführte Herrscherstellung im nächsten Augenblick bereits entscheidend zu erschüttern begann!

Denn damals - zur Zeit Eures Alten Reiches - war die Priesterschaft des Re von Heliopolis mit der diese Pharaonen ein Machtbündnis eingingen, um Euer Volk für ihre neen großen Pläne zu gwinnen, mit einem Mal bedenklich mächtig geworden.

Schließlich war die Sammlung und Erweiterung von Wissen zur wichtigsten Grundlage des wachsenden Wohlstands Eurer Vorfahren geworden. In diesem Zusammenhang hatten die Tempelschulen von Heliopolis schon vor der Pyramidenbauzeit die größte Kraft unter allen Priesterschaften des Landes gewonnen. Denn als Diener und Sprecher des höchsten Gottes besaßen diese Priester die höchste Autorität im Lande.

 

Konnten Eure zum Pyramidenbau ansetzenden Pharaonen da ernstlich hoffen, neben diesen Priestern noch genug Einfluß zu behalten, wenn Re aus dem Munde dieser Priesterschaft doch schon um so vieles länger sprach als aus dem Munde seiner neuen pharaonischen Söhne?

Diese neue Rivalität um die Autorität im Lande hatte die Stellung Eurer alten Pharaonen verändert:

Sie belebte die Regierungspraxis auf der einen Seite, solange zwischen Hof und Tempel keine ernsthaften Interessenkonflikte auftauchten. Denn durch das neue Bündnis wurden die entscheidenden Wissensquellen den Pharaonen zugänglicher als bisher.

Aber diese Rivalität machte die Politik der Pharaonen auch angreifbarer als bisher und schwächte so die Königsmacht im Lande!

 

Hinzu kam ein ganz konkreter Machtverlust:

Die Errichtung der gewaltigen Todenstadt-Anlagen der Pyramidenzeit war nur möglich, wenn man diese Anlagen zu eigenen, ja zu privilegierten Wirtschaftszentren machte - zu neuen Zentren, sprich: Städten für die Lebenden also - und deren Verwaltung in die Hände jener Priesterschaft legte, ohne deren Wissen das Vorhaben keine Gestalt hätte annehmen können.

Wer zum Bau der großen Pyramidenstädte eingesetzt war, rackerte sich in einer wachsenden Zahl von Fällen nicht mehr nur zur Zeit der Überschwemmung als königlicher Steuerpflichtiger dort ab. Er verbrachte sein Leben in Gänze dort. Seine Steuerpflicht reduzierte sich damit auf einen Teil seiner Arbeitsleistung, für deren Restteil er mit einem geringen Lohn ausgestattet wurde.

Quelle dieses Lohns hatte selbstredend das pharaonische Steueraufkommen aus den Abgaben aller zu sein, die außerhalb der Pyramidenstädte lebten und arbeiteten. Vergleichbare Abgaben der Pyramidenstadt-Bürger fehlten damit freilich in den pharaonischen Speichern!

Und: da nicht die pharaonischen Beamten, sondern die Re-Priesterschaft Betreiber aller wirtschaftlichen Aktivitäten in den Pyramidenstädten waren, glich sich das so entstandene Mißverhältnis von Einnahmen und Ausgaben in den pharaonischen Speichern auch nicht dadurch aus, daß den Pharaonen die Gewinne aus den da entstandenen neuartigen Wirtschaftszentren ihres Landes zugeflossen wären!

Auf diese Weise entglitt den berühmtesten Eurer pyramidenbauenden Pharaonen die Verfügungsgewalt über die modernsten Bereiche der Wirtschaft ihres Landes! Und ihre Speicher leerten sich nicht selten bis auf den Grund!

 

Bei den Re-Priestern dagegen sammelten sich infolge der mit ihrer Hilfe erweiterten Göttlichkeit Pharaos und infolge ihrer federführenden Rolle bei den pharaonischen Tempelbauvorhaben Wissen und Reichtum in einem Maße, das den Pharaonen in den Folgezeit immer schwerer zu schaffen machen sollte.

Wann immer die Wechselfälle der Natur die Bevölkerung längeren Hungerkrisen aussetzten, war Pharao nicht mehr der alleinige Nährer seines Volkes, sondern wurde zum Bittsteller um Hilfe bei der führenden Priesterschaft seines Landes.

 

Das aber hieß: Die Pyramiden hatten der Inbegriff gebündelter Pharaonenmacht sein sollen...

... ihre Errichtung hatte jedoch das Gegenteil bewirkt:

 

Und so folgte dem neuen Macht-Dualismus von schwächer werdenden Pharonen und ihre neue Stärke fortschreibenden Re-Priestern in der Spätphase Eures Alten Reiches auch bald ein weiteres Stück Dezentralisierung: die Gaufürsten begannen sich neuerlich zu verselbständigen, bis sich das Reich der Pyramidenzeit (2650-2155 v.Chr.) in einen Strudel von einzelnen Adelsherrschaften auflösen sollte. Rund 8 Jahrhunderte ist das für Euch Zeitgenossen des 13. vorchristlichen Jahrhunderts nun her.

 

 

Problemkurve ´Mittleres Reich´:

Die Rückgewinnung der Reichseinheit und die Wiedererrichtung pharaonischer Macht im Rahmen eines 2. Großreichs auf dem Boden Eures Landes hatte sich dann im späten 22. Jhd. v.Chr. kaum weniger schmerzhaft vollzogen als zu Zeiten Eures ersten Reichseinigers Aha-Menes.

 

Vor nunmehr rund 1 Jahrtausend war es den Stadtfürsten von Theben gelungen, zur alten Pharaonenmacht zurückzufinden.

Ihr Machtkonzept hatte dabei in folgendem bestanden: die Macht von Priesterschaften war nicht mehr rückgängig zu machen. Aber sie war auszuballancieren dadurch, daß man nun eine andere als die so übermächtig gewordene Re-Priesterschaft politisch in den Vordergrund spielte.

 

Was hatte folglich näher gelegen, als bei der Wiedererrichtung des Reiches Pharao von nun an als Verkörperung noch eines weiteren Gottes zu denken und zu propagieren - und dabei auf den Stadtgott Thebens ´Amun´ zurückzugreifen?!

 

Amun - das war schließlich der verborgene Atem der Welt, der überall Gegenwärtige!

Seiner Unsichtbarkeit wegen stellte man ihn auf die unterschiedlichste Weise dar: Ihr findet ihn als Widder, Gans oder urzeitliche Schlange abgebildet, meistens aber als gekrönten König, dessen Krone Sonnenstrahlen aufweist - Zeichen einer neuerlichen Götterverschmelzung, diesmal zwischen dem obersten Sonnengott, der für den Glanz Eures Alten Reiches gestanden hatte, und jenem thebanischen Stadtgott, mit dem Eure Welt nun bewußter denn je auf die belebende Kraft des Sonnenlichtes zu antworten trachtete.

Kein mächtigerer Gott war für Eure Vorfahren seit dem Griff der thebanischen Großfürsten nach der Pharaonenmacht - Mentuhothep II. hatte sich der erste von ihnen genannt - denkbar als dieser Amun-Re. Und das ist für die meisten von Euch bis heute ins 13. vorchristliche Jahrhundert so geblieben!

 

Mentuhotheps II. neue Selbstinterpretation als Verkörperung Amun-Res unterstrich nun aber nicht nur das Selbstbewußtsein der neuen Pharaonen-Dynastie am Nil, die sich auf ihre neuerliche Reichseinigungsleistung viel zugute halten konnte...

... und das Bündnis der neuen Pharaonen mit der Amun-Priesterschaft diente nicht allein der Zurückdrängung der immer noch übermächtigen Re-Priesterschaft...

die pharaonischen Söhne und die priesterlichen Stimmen Amuns waren sich in weit mehr einig als in ihrer Abwehrstellung gegen den Einfluß der einst so mächtigen Re-Priester: ihnen schwebte ein ausgewogeneres Einkommenskonzept für die Speicher Pharaos auf der einen und der Ammun-Tempel des Landes auf der anderen Seite vor.

Diesem Konzept zufolge sollten die neuen Totenstädte als nunmehr riesige Tempelgrabanlagen der neuen ersten Priesterschaft des Landes wünschenswert große Aktionsspielräume verschaffen - während die Pharaonen ihrer traditionellen Rolle als Nährer ihres Volkes nun vor allem dadurch gerecht zu werden trachteten, daß sie zu Mehrern des Reiches wurden, sich also an die Eroberung von Kolonialgebieten machten.

Das war so lange gut gegangen, wie es gelungen war, die Grenzen des Reiches vor allem nach Süden vorzuschieben - 300 km Gebietsgewinn waren das bis zur weitesten Ausdehnung Eures Mittleren Reiches gewesen!

Allerdings war damit im Gesellschaftsgefüge Eurer Vorfahren auch die Bedeutung und die Zahl derer gewachsen, die vom Kriegshandwerk lebten und als solche die pharaonischen Speicher nur füllten, wenn sie ihnen entsprechende Eroberungsgewinne zuführen konnten!

 

Als aber die große Indogermanische Wanderung um die Wende zum 2. Vorchristlichen Jahrtausend für großen und dauerhaft aufreibenden Druck namentlich auf die nördlichen und östlichen Grenzen dieses Reiches sorgte, brauchten Eure Pharaonen von Jahr zu Jahr mehr Untertanen in Waffen, was für die Endphase Eures Mittleren Reiches bedeutete, daß die pharaonischen Speicher wieder einmal nur noch äußerst selten richtig voll wurden - und sich über der damit schwindenden Macht Eurer Reichskönige diesmal sowohl auf Priester- wie auch auf Kriegerseite allerlei Verselbständigungsprozesse einschlichen.

 

Am Ende hatte das für Eure Vorfahren im 17. und 16. vorchristlichen Jahrhundert sogar die Fremdherrschaft bedeutet!

 

 

Problemkurve ´Neues Reich´:

in dessen Mitte sich Eure Gegenwart abspielt, in der man Euch von alldem immer wieder erzählt...

Immer noch ist es die Ammun-Priesterschaft, mit der sich Eure Pharaonen seit der Vertreibung der Hyksos, wie Ihr Eure fremden Herren ganannt hattet, neuerlich verbündet haben.

In ihrer Hand liegt die Verwaltung des religiösen Zentrums Eures Landes in Theben.

Unter ihrem Einfluß erfährt die zu Zeiten Eures Mittleren Reiches (2134-1650 v.Chr.) entwickelte Tempelgräber-Kultur einen alles Bisherige in den Schatten stellenden Schub.

 

Dabei haben vor nunmehr einem Vierteljahrhundert Pharao Ahmose und der Hohepriester Amuns auf die alte Erfolgskarte gesetzt: Eroberungspolitik!

Darüber ist Euer Land von einer zeitweilig zerschlagenen Kolonialmacht gar zu einer Großmacht im nordafrikanisch-vorderasiatischen Raum aufgestiegen!

 

Vor rund 200 Jahren dann staunte die Welt sogar darüber, wie friedlich und bis hin zu welcher Blüte eine Frau auf dem damals außenpolitisch gut gesicherten Pharaonenthron das so oft gefährdete Amt auszuüben gewußt hatte: Hatschepsut.

 

Ungleich kämpferischere Ziele hatte dann wieder ihr zeitlebens gegen ihren Einfluß anrennender Stiefsohn Thutmosis III. verfolgt und so die Vormachtstellung Eures Landes im östlichen Mittelmeerraum zu erringen gewußt.

Lange hielten sich danach Eure außenpolitischen Gefährdungen in Grenzen.

 

Eure Pharaonen waren darüber endlich wieder zur wichtigsten Kraft in Ägypten geworden. Sie ruhte auf dem Großwesirat, dem Vizikönigtum über das Kolonialland Kusch im südlichen Nubien und auf der Militärverwaltung, die die eroberten Länderein unter Kontrolle hielt. Das sorgte lange Zeit dafür, daß die inzwischen beispiellose Wirtschaftskraft des Amun-Tempels in Karnak lange Zeit dem ganzen Lande zugute kam...

 

Vor rund 100 Jahren, im 14. vorchristlichen Jahrhundert also, war Euer Land allerdings in gefährliche innere Turbulenzen geraten:

 

Manche Eurer Geschichtenerzähler spucken demonstrativ aus, bevor sie den Namen jenes Pharao voller Verachtung in den Mund nehmen, den die wenigsten in Eurem Volk wirklich verstanden haben und dessen erbitterter Kampf um einen viel weiter als bis dahin greifenden religiösen Ansatz für Euer aller Leben am Ende nicht nur scheiterte, sondern Euer Land in eine tiefe wietschaftliche und außenpolitische Krise stürzte.

 

 

Andere trauern ihm nach, zitieren wehmütig seinen berühmten Sonnengesang und beklagen die Unverständigkeit seiner Mitmenschen.

Die nicht in erster Linie religiös, sondern politisch Denkenden unter ihnen sehen sich in einer gedanklichen Zwickmühle:

Im Augenblick - um die Mitte des 13. vorchristlichen Jahrhunderts und unter dem Eindruck der außenpolitischen Erfolge Eures derzeitigen Pharao Ramses´II. - sei zwar keine unmittelbarer Anlaß zur Sorge, so führen sie aus...

 

Aber nicht nur die fallweise außerordentlich hohen Verteidigungslasten verschlängen Unsummen.

Auch die ehrgeizigen Hauptstadtpläne Ramses´II. im einstigen Auaris und schließlich der Weiterbau an den riesigen Tempel- und Tempelgrabanlagen in Theben, Abydos und Abu Simbl verlangten dem Volk bedenklich umfangreiche Leistungen ab.

 

 

Was, wenn es Ramses II. eines Tages ähnlich erginge wie den späten Pharaonen des Alten Reiches? Und das, obwohl er und sei n Vater das Reich gerade wieder neu zu festigen gewußt hatten nach Amenophis´IV. religions- und staatspolitischem Abenteuer?

Was, so fragen sie Euch immer wieder eindringlich, wenn Eure Amun-Priester eines Tages andere politische Ziele verfolgen sollten als Eure Pharaonen, die von Generation zu Generation mehr auf eine kriegerische Erweiterung Eurer Wirtschaftsgrundlagen gesetzt haben? - Etwa weil die Kraft der Menschen wieder einmal schwinden und die Bevölkerung abnehmen wird?

Hatten deshalb nicht Amenophis IV., der sich Echn-Aton (Sohn der von der Sonnenscheibe ausgehenden Wirksamkeit) genannt hatte, und seine Frau Nofretete recht gehabt, wenn sie die stärksten Machtkonkurrenten der Pharaonen, die Amun-Priesterschaft, zu bekämpfen suchten?

 

Waren diese Priester es nicht, die ihre wachsenden Einkunftsquellen dazu benutzten, die im Land erwirtschafteten Reichtümer einfach in einem unzugänglichen, stetig vermehrten Tempelschatz verschwinden zu lassen? - Mit einem für jeden Nichteingeweihten undurchdringlichen Labyrinth in Makare, nördlich des Fayum, hatten sie ihn vor jedem unwillkommenen Zugrff so zu sichern gewußt, daß er bei jedem unbefugten Eindringen einem Verschüttungsmechanismus zum Opfer gefallen wäre!

 

Wie definierten sie denn die Zeiten wirklicher Not, für die sie auf diese Weise angeblich Vorsorge trafen?

 

Und wie wäre das: sobald nicht mehr der Pharao, sondern sie durch das Öffnen ihrer Schatzkammern zu Nährern des Volkes aufrückten - würden sie dann nicht auch in bisher nicht gekanntem Maße nach der vollen Macht greifen?!

 

Ein nicht mehr von seinen Pharaonen, sondern von seinen Priestern beherrschtes Ägypten aber, so fragen sie - hätte das überhaupt eine dauerhafte Überlebenschance?

 

Nein! und abermals nein! Rufen die Gegner der ihnen bereits wieder viel zu mächtig gewordenen Ammun-Priesterschaft. Für sie ist klar: ein Ägypten ohne Pharaonen in der traditionellen Bedeutung dieses Amtes müßte untergehen!

 

Hätten Echn-Aton und Nofretete nur Erfolgs gehabt! - So wünschen diese Mahner von Zeit zu Zeit. Vieles bliebe dem Land erspart, das von der Macht seiner Pharaonen so ganz und gar abhänge.

Wenn nämlich die Macht Eurer Pharaonen noch einmal zusammenbräche - so weissagen sie - wie bereits zweimal in der beeindruckend langen Geschichte Eures Landes, dann sei es endgültig um Ägypten geschehen. Dann erhole es sich nie wieder.

 

 

In der Begründung, die sie zur Erklärung dieser Behauptung anführen, steckt die gedankliche und staatspolitische Zwickmühle, in der die Minderheit derer sich findet, die Echn-Aton nachtrauern:

Denn Echn-Atons Hauptmotiv für seinen Kampf gegen die übergroße Macht der Amun-Priester hatte ja keineswegs bei machtpolitischen Erwägungen gelegen.

Sein Denkansatz war religionspolitischer Natur gewesen: er hatte Euren Götterglauben revolutionieren wollen!

 

Wie gefährlich freilich Neuordnungen Eures Götterhimmels für die für Eure ganze Kultur so wichtige Machtstellung des Pharao werden konnte, das hatten Eure Vorfahren am Endes des Alten wie auch des Mittleren Reiches bitter erfahren!

 

Die geistig besonders Wachen unter Euch sind fasziniert von der religiösen Entwicklung, die Euer Land über die Jahrtausende hinweg durchlaufen hat. Echn-Atons Ideen haben für sie viel Reizvolles.

 

Euer Land würde sich aber in vielem grundlegend verändern, würde sich Euer Volk darauf verständigen, diese Ideen zur Grundlage seiner Lebensorganisation zu machen!

 

Deshalb haben die meisten Eurer Urgroßeltern Echn-Aton bekämpft und sich dafür entschieden, Euren Götterglauben gleichsam auf dem Stand einzufrieren, der Euch vor einem grundlegenden Umbau Eures Staates und Eurer Gesellschaft bewahrt!

 

 

Die Priesterschaft Eures Landes nämlich begreift seit langem die Vielzahl Eurer Götter nur als Versinnbildlichung der verschiedenartigsten Weltkräfte!

Sie betreibt und organisiert deren Verehrung, damit die Menschen sich all dieser Kräfte in ihrem Leben möglichst bewußt sind und ihre Phantasie darauf richten, zu fühlen und zu begreifen, in wie hohem Maße die Göttermythen von der Notwendigkeit gehorsamer Einfügung in die überwältigende Ordnung des Ganzen erzählen.

 

Seit den Zeiten Eures Mittelren Reiches verehrt Eure wichtigste Priesterschaft Amun, den Atem der Welt, als unsichtbares höchstes Wesen. Seiner Verschmelzung mit dem höchsten Gott des Alten Reiches, Re, hatten sie bewußt Vorschub geleistet.

 

Die religiösen Vorstellungen Eures Volkes waren darüber weniger greifbar - dafür aber stärker begrifflich geworden!

 

Echn-Aton hatte genau das gesehen und weiter gefragt: welcher Begriff sich denn in der Tat als der höchste, alle anderen mit umfassende denken ließe?

War es wirklich der ´unsichtbare Atem der Welt´, wie die Amun-Priesterschaft behauptete?

War es nicht weit eher die sichtbar-unsichtbare Wirkungskraft der Sonnenscheibe, die die Kräfte Res und Amuns und aller anderen Gottheiten in sich schloß? War nicht einzig sie der wirkliche Urgrund aller Dinge und damit die einzig verehrungswürdige gottheit?

 

Und: wenn es eine solche alles in sich schließende Gottheit gab, lag es dann nicht auf der Hand, dieser einzigen Gottheit auf Erden auch vor allen anderen durch einen einzigen Mittler zu entsprechen, dem sich auf alle Zeiten jede der so sattsam als machtlüstern bekannten Priesterschaften nachzuordnen hätte? Und standen nicht seit je die Pharaonen in einem ganz besonderen Verhältnis zu den Sonnengottheiten ihres Landes - wären also die prädestiniertesten aller denkbaren Mittler, auch wenn sie ihre traditionelle eigene Göttlichkeit über dem von nun an alle anderen Kulte ersetzenden Aton-Kult verlören?

 

Dieser Wurf Echn-Atons war den meisten seiner Zeitgenossen einfach unvorstellbar weit gegangen!

 

Ihr Pharao nur ein Mensch wie sie? Mittler zwar nun alles dessen, was göttlich war, auf einmal - aber doch nur als Mensch und gewöhnlicher König!

Wo war sie da noch wirklich greifbar, die maat der Welt im Leben wie im Tode? - Wie sollte sich unter einer nurmehr menschlichen Herrschaft, der keine Osiris-Herrschaft im Reich der Toten mehr entsprechen würde, das Aufeinander-Bezogensein und das Ineinander-Wirken von Leben und Tod denn überhaupt noch in auch nur halbwegs vertrauter Weise weiterhin gestalten lassen können?!

Was nur könnte er für all die Fragen, die das bis dahin so gewisse Leben aller Ägypter nach dem Tode betrafen, bedeuten: ein einziger Gott allein - Aton, die unsichtbar-sichtbar von der Sonnenscheibe ausgehende Wirksamkeit?

 

Wußte er etwas von Tod und Unterwelt wie Osiris? War auch dieser Allumfassende sterblich? War er wandelbar wie der Fluß, der Euer aller Lebensgrundlage war und ist?

Und gab er sich wie der falkenköpfige Horus mit Herrschaftsfragen ab, weil seinem Blick nichts entging und er als Teil der belebten Natur des Nil-Tales durch die Lüfte strich und voll unendlicher Weisheit die Kraft der Sonne dorthin lenkte, wo sie Heil und Frucht brachte?

Da war nichts vorstellbar, für das es im ägyptischen Denken über die Jahrtausende hinweg Vorstufen gegeben hätte, die sich nun unter umakzentuierten Vorzeichen hätten weiterentwickeln lassen - jedenfalls für die allermeisten Eurer Urgroßeltern nicht!

Eine entgöttlichte Pharaonenherrschaft am Nil - wieviel Leere würde sie in den Herzen der Menschen eines Volkes hervorrufen, das jahrtausendelang bereit gewesen war, sich noch in die unvorstellbarsten Anstrengungen zu fügen, weil selbst tödliche Überanstrengung im Dienste einer lebensspendenden Aufeinanderbezogenheit von Pharao und Volk gestanden hatte?

 

Kein Nilreich in seiner unaufhebbaren Angewiesenheit auf ein diszipliniertes Miteinander seiner Bewohner würde in auch nur vergleichbarer Selbständigkeit und Größe gehalten werden können, das sich von seinen pharaonischen Traditionen löste! Davon waren und sind die meisten unter Euch überzeugt.

Und die Krisen, in die Echn-Atons leider recht verbissener Kampf um die Errichtung eines Eingott-Glaubens unter Euch Ägyptern das Land von rund 100 Jahren gestürzt hatte, sind den meisten unter Euch bis heute Beweis genug für das Verhängnisvolle eines solchen Schrittes!

Damals hatten die Auseinandersetzungen mit der den ägyptischen Götterhimmel machtvoll und heftig verteidigenden Amun-Priesterschaft die Wirtschaft des Landes lahmgelegt, so daß zu allseitiger Verwirrung der Hunger getreten war. Und damals war das Großmachtgefüge, das die Thutmosiden mit soviel Kraft und Weitsicht zugunsten Ägyptens akzentuiert gehabt hatten, einfach dem Verfall und dem Aufstieg anderer Mächte überlassen worden. Denn Echn-Aton hatte für nichts Sinn als für de Frage der Durchsetzung des neuen Aton-Kults!

Das war sie nicht einmal mehr entfernt, die besonders weise Form der Königsherrschaft, die den Menschen am Nil seit Jahrtausenden als Göttergeschenk ein Auskommen beschert hatte, von dem die Wüstenvölker ringsum nur träumen konnten!

 

So war Amenophis IV. unter Euch gescheitert...

 

 

Sein Wurf wie sein Scheitern freilich bleiben Fasiznosum und Schrecknis auch noch nach 100 Jahren.

 

Denn so etwas wie ein verdeckter Eingott-Glaube ist Euer Amun-Re-Kult für Euch je länger je mehr:

Der Götterhimmel hat für Euch seine Bedeutung seither in klarer Zu- und Unterordnung zu dieser aus einem Verschmelzungsprozeß hervorgegangenen Hauptgottheit, die Ihr seit den Zeiten Eures Mittleren Reiches zu verehren gelernt habt.

Eure Priester gehen im Geheimen sogar noch einen Schritt weiter: Alle Gottheiten unter dem welterschaffenden und erhaltenden ´Sonnen-Atem der Welt´ sind für sie nurmehr Bilder für dessen allumschließendes Kräftepotential - keine eigenen Wesenheiten mehr. Nahrung für die Phantasie all derer unter Euch Ägyptern, die für ein immer konsequenteres Durchdenken Eurer religiösen Traditionen nicht begabt und nicht gebildet genug sind...

 

So bleiben gewisse Verunsicherungen...

 

... und das um so mehr, als sich die Söhne und die Stimmen Re-Amuns u.a. im 18. vorchristlichen Jahrhundert im Zuge ihrer Kolonialpolitik mehr und mehr auch zur Haltung von regelrechten Sklavenvölkern innerhalb ihrer Grenzen anschickten.

Damals hatte es auch eine Gruppe von Hebräern, Angehörige einer semitischen Volksgruppe, unter dem Druck anderer Wandervölker und einer Hungersnot in ihrer kanaanitischen Heimat in Palästina nach Ägypten verschlagen. Als willkommene Arbeitskräfte im Bereich der Lehmziegelherstellung waren sie von den Herren Eures Mittleren Reiches in der Provinz Gosen im nordöstlichen Nildelta angsiedelt worden. Tempelgräberstädte wie heute im 13. vorchristlichen Jahrhundert auch standen damals auf der Tagesordnung, und Lehmziegel waren und sind ihr Grundbaustoff.

Das eigenartige an diesem neuen Sklavenvölkchen: diese ´Kinder Israels´, wie sie sich nannten und nennen, verehrten nur einen einzigen Gott - ´Jahwe´! Sein Name bedeutete: ´ich bin der ich bin´.

Sie kannten ihn als Stimme in den Träumen ihrer Führer und in der Wüste, als brennenden Dornbusch, und sie begriffen ihn als den einzigen Urgrund der Welt. Diese war seine alleinige Schöpfung. Und in ihr gab es nichts Göttliches außer ihm.

Ihr lebt nun seit rund 500 Jahren mit diesen Menschen zusammen, die ihr allenfalls anfangs als Gäste, dann aber immer gnadenloser als Sklaven behandelt habt. Ihr Eingottglaube ist ihnen über all diese Jahre hinweg unantastbar heilig geblieben. Nach dem Abenteuer, das Eure Urgroßeltern mit jenem unseligen Echn-Aton zu bestehen gehabt hatten, erstaunt Euch das von Zeit zu Zeit schon ein wenig. Es beunruhigt Euch nicht über die Maßen. Aber es hält Eure Fragen wach...

 

Auch noch von anderen Religionen habt Ihr mehr und mehr Kunde gewonnen, seit Eure Pharaonen andere Völker unterworfen und von Ägypten abhängig gemacht haben. Eure Priester betrachten das durchaus als Gewinn und pflegen einen lebendigen Gedankenaustausch mit den verschiedenartigsten Priesterschaften Eures näheren und ferneren Gesichtskreises.

Für nicht wenige von Euch liegt darin aber die Quelle einer Relativierung, die ihren Glauben an die Kraft der urägyptischen religiösen Vorstellungen mal mehr, mal weniger einer Verblassung aussetzt, die eines Tages den Zusammenhalt Eures Volkes gefährden könnte - so jedenfalls halten es einige immer Besorgte Euch gerade auch in Euren Tagen wieder einmal mit Nachdruck vor.

Und diesmal haben sie sogar einen unübersehbar konkreten und noch dazu denkbar schmerzhaften Anlaß für ihre Einreden:

Erst wenige Tage nämlich ist es her, daß Euch jene eingottversessenen ´Kinder Israels´ die alte Botmäßigkeit aufgekündigt haben!

Unbemerkt und von den Truppen Pharaos nicht einholbar haben sie sich in die Wüste davongeschlichen, um in dem Land, das ihnen ihr Gott zeigen werde, endlich die ihnen von diesem Gott längst zugesprochene Heimat wiederzufinden.

Sie sollen vor ihrem Anzug blutige Verwirrung in einigen östlichen Provinzstädten gestiftet haben - eine vorübergehende Reichskrise für sich nutzend.

Ein Mann namens Moses, ein einstiges Findelkind, aufgezogen von der Tochter Sethos´ I., habe, so erzählt man, seit einigen Monaten unter den Hebräern agitiert und führe sie bei ihrem derzeitigen Ausbruch an.

 

Nicht wenige unter den Einflußreichen Eures Volkes sind beunruhigt:

Wie steht es mit der Großmacht Ägypten, wenn sich ein Sklavenvolk ungestraft davonstehen kann?

Und wo wird dieses Völklein siedeln? Werden Ramses II. und seine Nachfolger eine der Macht Ägyptens trotzende Reichsbildung in den Grenzen ihres Großreiches hinnehmen müssen?

Ist es mit Ägypten etwa nur scheinbar gut bestellt, während seineKraft bereits wieder einmal erlahmt?

 

Die Masse Eures Volkes ahnt von solchen möglichen Verdüsterungen Eures Horizontes noch wenig. - Noch ist ihr traditioneller Frohsinn nicht einmal mehr stumpf geworden unter einem Arbeitspensum, das über ihre Kräfte geht. Noch ist es anders.

 

 

 

Am Ende jedoch - das weissagen Euch, angestoßen durch die Flucht der Hebräer, bereits einzelne - ...

... am Ende werden die Ramessiden sich erfolglos daran aufreiben, daß das Großmächtegefüge zwischen Ägyptern, Hethitern und Assyrern sich auf Dauer nicht in jenem Gleichgewicht halten läßt, das Ramses II. derzeit noch so erfolgreich zum Kernpunkt seiner Außenpolitik zu machen weiß.

 

Neue Kräfte infolge von Wanderungsbewegungen destabilisieren den Raum: die Seevölker und die Libyer.

 

Eure Re-Amun-Priester werden diese Entwicklung mit wachsender Sorge einer- und mit wachsender Begehrlichkeit andererseits verfolgen:

Ihre Zweifel an den Überlebensmöglichkeiten des Pharaonenreiches und seiner Mentalität angesichts der fremden Herrschaftsansprüche, die da heute schon abschätzbar auf Euer Land zukommen werden, werden wachsen - zumal Eure Nachfahren in den noch verbleibenden 175 Jahren Eures Neuen Reiches nicht klug genug sein werden, mit den wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Schwierigkeiten, die Ägypten bevorstehen, so umzugehen, daß sie ihren Lebensstandard entsprechend ändern.

Im Gegenteil: die wachsende Krieger-, Priester- und Beamtenkaste Eures Volkes und selbst die Kaufleute, Architekten und Ärzte unter Euren Nachfahren werden auf immer größerem Fuße leben und dabei das seit alters für die ägyptische Wirtschaft so wichtige Handelsgeschäft ganz in die Hände der Phönizier gleiten lassen. Der Versuch der vielen Bevorrechteten Eures Volkes, sich ihrer wachsenden Schulden immer mehr dadurch zu entledigen, daß sie aus Euren Fellachen und Kleinhandwerkern von Jahr zu Jahr mehr herauszupressen versuchen, wird deren Kraft und Motivation so sehr aufbrauchen, daß die Bevölkerung Ägyptens stetig abnehmen wird...

 

Darüber wird selbstredend die Kraft Eurer Pharaonen erlahmen - hochgefährlicher Raum für den traditionellen Dünkel der Priesterschaften Eures Landes!

Wieder einmal werden in Zeiten außenpolitischer Verluste und innerer Wirtschaftskrisen Eure Priester die letzten Eurer Pharaonen nicht mehr unterstützen und ihre Tempelschätze vor ihnen verschlossen halten.

Der in der langen Geschichte Ägyptens wieder und wieder ins Spiel gebrachte Traum, Ägypten endlich von den Wissenden allein regieren zu lassen, statt von inzwischen ohnmächtig gewordenen Gottkönigen, wird sich dabei einmal mehr als das Alibi von Privilegierten entlarven, die nichts anderem als ihren persönlichen Vorteilen nachjagen. Darüber wird Euer Neues Reich (1550-1085 v.Chr.) - ganz wie seine Vorgänger auch - zerbrechen ...

Vom Ende Eures 3. und letzten altägyptischens Großreiches an werden es dann rund 3000 Jahre lang immer wieder fremde Kulturen sein, die die Nilanwohner ihren Machtansprüchen zu unterwerfen wissen werden.

Libyer (10. Jhd.v.Chr.)

Assyrer (7. Jhd.v.Chr.)

Neubabylonier (6. Jhd.v.Chr.)

Perser (6.-4. Jhd.v.Chr.)

Griechen /Alexanderreich – Diadochenreiche (4.-1. Jhd.v.Chr.)

Römer (1. Jhd.v. – 7. Jhd.n.Chr.)

Araber (8.-16. Jhd.n.Chr.)

Türken (16.-18./19. Jhd.n.Chr.)

Engländer + Franzosen (18.-20. Jhd.n.Chr.)

Die Supermächte des 20. Jhds - USA und UdSSR

 

Sie alle werden Euren Nachfahren ihre ganz verschiedenen Stempel aufdrücken.

 

 

Erst das späte - christlich gewordene - Römerreich (ab dem 4. nachchristlichen Jhd.) wird die religiösen Vorstellungen der Nilanwohner vorübergehend umprägen und Land und Volk christlichen Einflüssen aussetzen.

 

Ab dem 8. nachchristlichen Jahrhundert wird es jedoch bis ins 21. Jhd, mindestens der Islam sein - eine dem Christentum und dem Judentum verwandte Eingottreligion auch er - der die religiösen Vorstellungen Eurer Nachfahren nahezu gänzlich für sich vereinnahmen wird.

 

Aber noch nach diesen 3000 Jahren werden die herrlichen Zeugnisse Eurer ehrfurchtgebietenden 2000jährigen Pharaonenreichsgeschichte am Nil Menschen in aller Welt in ihren Bann ziehen...