©gabriele weis

1.2.b-bronzezeit 1zurück-pfeil.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte)l-gvi.gif (5336 Byte)1.3.a-ALTÄGYPTEN-um 2495 v.chr.

 l-buch.jpg (1728 Byte)1.2.c   ACKERBAUERN; VIEHZÜCHTER; HÄNDLER; HANDWERKER;

KÄMPFER; PRIESTER; FÜRSTEN/KÖNIGE /  Bronzezeit 2: 
 l-sanduhr.gif (4955 Byte)l-frage.gif (5457 Byte)             
       

 

 

 

 

Der Schritt zu einer weiter arbeitsteilig organisierten Gesellschaft vollzog sich  keineswegs an allen Punkten der Erde gleichzeitig:

Grundlegendes über die Lebensbedingungen auf dem frühneuzeitlichen Erdball zeigt die folgende Karte: l-weiter.gif (2419 Byte)

 

In frühgeschichtlicher Zeit sind weite Teile des nördlichen Eurasien ähnlich wie die tropischen Zonen der Erde so dicht bewaldet, daß sie nur äußerst dünn besiedelt sind. Für Ackerbau und Viehzucht ist vor der Eisenzeit hier zu wenig Spielraum.

Die meisten Menschen suchen und finden deshalb damals ihr Auskommen in den Randzonen der beiden erdumspannenden Waldgürtel.

Noch begehrter jedoch als diese Waldrand-Zonen sind naturgemäß in den großen Trockenzonen Eurasiens jene großen Flußoasen, in denen regelmäßige Großüberschwemmungen das damals fruchtbarste Ackerland der Welt liefern.

Hier sind manchmal sogar mehrere Ernten im Jahr möglich - wenn man nicht einfach der Natur ihren Lauf läßt, sondern Wasser und Schlamm über die unmittelbare Überflutungsphase hinaus zu halten und immer gezielter nutzbar zu machen weiß.

Die unvergleichlichen Erträge im Schwemmland sorgen nur zu bald für einen raschen Bevölkerungszuwachs und mit diesem für wachsenden Nahrungsbedarf.

 

 

Die in diesen Flußoasen Siedelnden erkennen bald:

Die Lösung aller in der Folge immer wieder auftretenden Knappheitsprobleme liegt im immer ausgefeilteren Einsatz wasserwirtschaftlicher Techniken!

Diese besonderen Lebensbedingungen in den frühgeschichtlichen Flußoasen der Erde bewirken das Entstehen von Hochkulturen: l-weiter.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte)

 

 

Denn: Die Möglichkeit wie der Zwang zur Wasserwirtschaft in den großen Flußoasen der frühgeschichtlichen Erde bringen ein ganz neues Element in die den Menschen bis dahin bekannten Organisationsaufgaben:  die Gemeinschaftsleistung wird mehr und mehr das, worauf es ankommt.

 

 

So kann insbesondere der Entwurf und der Bau von Bewässerungssystemen kann nur als riesiges   ´Gemeinschafts-Projekt: Wasserwirtschaft´ l-weiter.gif (2419 Byte) durchgeführt werden.

 

 

Folge 1: In diesem Zusammenhang entstehen den Bewohnern der damaligen Überschwemmungsoasen erstmals bis dahin völlig unbekannte Verwaltungsaufgaben. (Planung, Durchführung, Rechtsprechung; Bevorratung) -

Jetzt sind nicht mehr allein einige wenige Bergleute, Köhler, Schmiede, Kaufleute und Krieger nicht mehr unmittelbar in der Nahrungsproduktion tätig.

Zusätzlich muß nun eine ganze Schar von Beamten, die die einzelnen Stammesfürsten zur Bewältigung dieser Aufgaben nun um sich versammeln, von den Bauern mit ernährt werden.

 

Die höchsten Beamten rücken deshalb in den Wasserwirtschaftszonen der Erde neben die Kämpfer in den bevorrechteten Adelsstand auf. l-weiter.gif (2419 Byte)

 

 

Folge 2:    infolge der so durch Wasserwirtschaft und Verwaltung verbesserten Lebensbedingungen in den Flußoasen wächst die Begehrlichkeit der von der Natur benachteiligteren Nachbarn.   Sie erweist sich unter Umständen als ständige Bedrohung des Friedens in den großen Flußoasen der Erde.

Folglich wächst der Verteidigungsaufwand, auf den sich die Bewohner einer solchen Flußoase einzurichten haben, gewaltig. Die Schar der ebenfalls mitzuernährenden Kämpfer muß entsprechend erhöht werden.

Das führt zu einer Spaltung des Kämpferstandes in einfache Bauern- oder auch schon Berufssoldaten und die weiterhin bevorrechteten militärischen Führungskräfte: Nur letzere zählen fortan zum Adel - wie die hohen Beamten auch.

 

  

Folge 3:    Leisten können sich die Flußoasen-Bewohner ihre Beamten, Bauarbeiter und Krieger aber nur, wenn ihre Methoden in Landwirtschaft und Gewerbe sich stetig verbessern.

-   Bald ist allen klar: Man braucht Orte, an denen sich nicht nur der Handel und das Gewerbe, sondern auch die Menschen konzentrieren, die am meisten von allen wissen und das alles organisieren: 

Das   ´Gemeinschafts-Projekt: Stadt´ l-weiter.gif (2419 Byte) beginnt deshalb bald das ´Gemeinschafts-Projekt: Wasserwirtschaft´ zu ergänzen.

 

  

Folge 4:   Jede dieser Flußoasen ist nun aber so groß, daß sie von mehreren Stämmen unter der Herrschaft rivalisierender Stammesfürsten bewohnt wird.

Je schneller die Stammesbevölkerungen wachsen und je mehr Stammesverzweigungen entstehen, desto enger und konfliktträchtiger, aber auch ausbaufähiger wird das Zusammenleben in diesen Regionen.

Und so entsteht die Idee eines weiteren Gemeinschaftsprojekts, das die Kräfte bündeln hilft, indem es den überkommenen Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen und ihren Fürsten ein Ende setzt:  

Das ´Gemeinschafts-Projekt: Reich´soll die Wasserwirtschaft noch ergiebiger und den Krieg erfolgreicher machen helfen.  

Also gehen seit Anfang des 3. vorchristlichen Jahrtausends die Anstrengungen der frühgeschichtlichen Flußoasen-Bewohner mehr oder minder erfolgreich in Richtung Reichsblidung.

Erste Reiche in Eurasien entstehen: an Nil (Ägypten) + Euphrat und Tigris (Irak) l-weiter.gif (2419 Byte).

 

 

Folge 5:  Die immer organisiertere Bevölkerung wandelt sich durch die Reichsbildungen in ein großes Ordnungsgefüge, das als ´Gesellschaft´ bezeichnet wird.

Solche Gesellschaften gliedern sich zunehmend scharf abgegrenzt in Organisatoren (Fürsten/König, Adel (Krieger + Beamte und Priesterschaften) und in Organisierte (Bauern, Handwerker, Händler).

Land und Volk gelten nach der politisch-militärischen Einigung einzelner Stammesgebiete zu einem Reich in allen Gebieten mit größeren Gemeinschaftsprojekten wie Wasserwirtschaft und Stadt häufig als Eigentum des neuen gemeinsamen Herrschers.

Bei diesem Herrscher bündelt sich alle Befehlsgewalt - man bezeichnet ihn deshalb als ´Mon-archen´ = Einzel-Herrscher.

 

Mit den frühen hochkulturellen Reichsbildungen ist also ein riesiges Stück Fremdbestimmung in das Leben der frühgeschichtlichen Flußoasenbewohner gekommen - neben unschätzbaren Lebensvorteilen gegenüber dem weniger leistungsfähigen Umland.

 

Folge 6:  Als Stammesfürst, der den Anspruch erhebt, mehrere Stammesgebiete zu einem Reich zusammenzufügen und damit mehr Fremdbestimmung als bisher in das Leben vieler Menschen zu bringen, muß man deshalb seine Reichsbildungspolitik mehr als nur militärisch und materiell rechtfertigen:

Man muß mit den Göttern/dem Heiligen im Bunde sein - Priester also zumindest, besser noch göttlicher Abstammung oder gar selbst ein Gott!

  

Und so gwinnt das 4. ´Gemeinschafts-Projekt: Religion´  l-weiter.gif (2419 Byte) an Ausprägung und Bedeutung und wird zur zentralen geistigen Klammer aller in einem Reich vereinigten Stämme.

Man hatte es nämlich mit folgendem Problem zu tun:

Jeder Stamm verehrte schließlich seine eigenen Götter und hatte eigene Kulte entwickelt.

Das Handeln und die Kräfte der Menschen ließen sich über die alten Stammesgrenzen und -gegensätze hinweg nur bündeln, wenn es gelang, auch das Denken der Menschen zu bündeln!

Wenn die bisher z.T. auch miteinander verfeindeten Stämme nun mit einem Mal ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln sollten, ...

... dann mußten zwischen den verschiedenen religiösen Vorstellungen und Praktiken dringend Verbindungen geknüpft und Gemeinsamkeiten herausgestellt werden:

einzelne der bis dahin nur lokal oder regional verehrten Gottheiten mußten den Menschen nun als neue Reichsgottheiten glaubhaft gemacht werden...

 

Die Uminterpretation und Weiterentwicklung bisheriger religiöser Vorstellungen in Glaubensinhalte, die das neue Reichsleben der Menschen zeitgemäß ordnen halfen, erwies sich als ein riesiges neues Arbeitsfeld in diesen frühen Hochkulturen.

 

Es ließ die Berufsgruppe der Priester rasch anschwellen und an Bedeutung gewinnen.

Ihrer übergroßen Bedeutung für das neue Reichsleben gemäß schloß sich auch diese Berufs-Gruppe als vielfach bevorrechteter Stand von Anfang an von der arbeitenden Bevölkerung ab - wie der Adel (=die Berufsgruppe der Kämpfer und hohen Beamten) auch.

An Einfluß freilich übertrumpften die damaligen Priesterschaften den Adel häufig deutlich.

Und: sie machten über die Jahrhunderte hinweg manchem Monarchen ein Regieren nach seinen eigenen Vorstellungen schwer.

 

Folge 7:  Was diese frühen Priesterschaften gedanklich leisteten, mußte den Menschen natürlich sinnfällig werden - in die Augen springen können:

Monumentale Tempelbauten oder religiös begründete Riesenbauprojekte wie Totenstädte werden deshalb zu weiteren Gemeinschaftsprojekten l-weiter.gif (2419 Byte)neben dem Städtebau und der Weiterentwicklung der wasserwirtschaftlichen Systeme.

 

  

Folge 8:  Die Verwaltungsaufgaben, die sich nun aber in einem Reich - also einem zusammenhängend organisierten Gebiet von bis dahin nicht gekannter Größenordnung - stellen, sind so vielfältig und umfangreich und an so viel erlernbares und weitergebbares Wissen gebunden, daß sich die Erinnerungsfähigkeit der Menschen dringend auf ein gänzlich neuartiges Hilfsmittel angewiesen sieht:

Mündliche Abreden und Mitteilungen leisten da nicht genug.

Man sucht nach anderen Wegen, Informationen zu bewahren und auszutauschen:   erste Schriftzeichen werden entwickelt -    Das  ´Gemeinschafts-Projekt: Schrift´ l-weiter.gif (2419 Byte) ist geboren.

 

 

Kennzeichen der sogenannt hochkulturellen Lebensformen, die auf diese Weise in den großen Flußoasenzonen der frügeschichtlichen Erde im Laufe der Bronzezeit entstehen, sind damitWasserwirtschaft, Städtebau, Reichsbildung, die Herausbildung eines Beamten- und Priesterstandes und die Entwicklung einer Schrift.

Die je individuelle Ausprägung dieser Grundmerkmale in den verschiedenen Hochkultur-Regionen der frügeschichtlichen Erde findet sich in den folgenden Projektkapiteln jeweils ein wenig näher beleuchtet...