1.14.-phönikien
![]()
2.1.-germanische kultur
1.15. ALTRÖMISCHE HOCHKULTUR:
// auszug aus: ´geschichte von innen´
erzählerrede:
Situation auf der Apeninnenhalbinsel um 560 v.chr.:
Sie ist die beherrschende Halbinsel des westlichen Mittelmeeres - das spätere Italien.
Hier leben seit dem 2. vorchristlichen Jahrtausend die ITALIKER - ackerbauende und viehzüchtende Stämme mit bescheidenen handwerklichen Aktivitäten auf seit ca. 1000 v.Chr. eisenzeitlichem Niveau:
Ihre kleinste, aber kraftvollste Stammesgruppe: die Italo-Falisker oder LATINER, die unmittelbar um die Tibermündung, im Umfeld des späteren Roms, siedeln.
Die die übrige westliche Stiefelhälfte besiedelnde Stammesgruppe der UMBRO-SABELLER, als deren am günstigsten plazierter sich der Stamm der Sabiner erweisen soll: sie siedeln in unmittelbarer Nachbarschaft der Latiner tiberaufwärts.
Schließlich die Stammesgruppe, die die östliche Stiefelhälfte besiedelt: die ILLYRER.
Hier leben außerdem seit der Jahrtausendwende PHÖNIKIER. Sie unterhalten hier nicht anders als auf der iberische Halbinsel Handelskolonien. Ihr Einfluß auf die Entwicklung der italischen Stämme bleibt jedoch seltsamerweise viel geringer als der der griechischen Landnehmer seit ca. 750 v.Chr..
Bedeutendste politische und kulturelle Kraft auf der Appeninnenhalbinsel sind jedoch vorerst die ETRUSKER:
Sie haben zunächst vom Meer aus das metallreiche Gebiet zwischen Tiber und Arno unterworfen und die Italiker mit der Errichtung von Städten in ihren Bann gezogen.
Vor allem die offenbar von den kleinasiatischen Griechen übernommene Fresco-Malerei macht die etruskischen Städte bald weithin berühmt.
Zwischen dem 9. Und dem 6. Jhd. V.Chr. machten diese Städte eine kulturelle Entwicklung durch, die den Etruskern in immer größeren Teilen der Halbinsel die Vorherrschaft einbrachte.
Denn die Mischung von griechischer und orientalischer Handwerks- und Organisationskunst, mit der sie ihr Leben wirtschaftlich, politisch und religiös zu gestalten wissen, macht sie sowohl den alteingesessenen Italikern als auch den Phönikiern weit überlegen.
Schließlich bildeten um 600 v.Chr. 12 etruskische Stadtkönige nach kleinasiatisch-ionischem Vorbild (die Ionier sind einer der drei großen griechischen Stämme, die nach langen Wanderungen zu großen Teilen auch an der Westküste Kleinasiens seßhaft geworden waren) einen Städtebund, dessen Macht in Euren Tagen ständig nach Norden und Süden ausgedehnt wird.
Vom stäteren Bologna aus betreiben diese Städte einen ausgedehnten Landhandel nach Nord- und Mitteleuropa.
Dessen Basis bildet eine hochentwickelte Metall-, Töpfer- sowie ihre Porträt-Kunst. Besonders begehrt sind Aschenurnen mit Deckeln in Form menschlicher Köpfe.
Und: sie kämpfen mit den Griechen während der vor Euch liegenden 20 Jahre um ein Stück Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer.
Der Organisiertheit ihres Lebens entspricht eine offenbar hoch entwickelte Religiösität:
In deren Zentrum steht einerseits ein ausgeprägter Totenkult - mit Opferfeiern, Toten- bzw. Gladiatoren-Spielen und Totenstädten aus festen Gräbern oder Grabhügeln.
Das läßt eine Deutung des Zusammenspiels von Tod und Leben sichtbar werden, die den entsprechenden Schwerpunktsetzungen der alten Ägypter verwandt ist, die bis heute den südöstlichen Rand des Mittelmeeres bewohnen.
Ihr Leben suchen diese Etrusker nach dem Willen ihrer Götter auszurichten. - Ihn zu erforschen unternehmen sie große Anstrengungen: Ihre Priester betreiben eine hoch entwickelte Kunst der Leber- und Eingeweideschau und der Beobachtung des Vogelflugs und haben dadurch großen Einfluß auf sämtliche wirtschaftlichen, politischen und militärischen Unternehmungen.
Im Süden und Südwesten der stiefelförmigen Halbinsel haben seit knapp 200 Jahren vor Eurer Lebenszeit die GRIECHEN Kolonien gegründet.
Ihre wichtigste, von Chalkis auf Euböa ausgehende: Kyme, lateinisch: Cumae.
Von hier aus werden die Griechen im Verein mit den Römern im 5. Jhd. V.Chr. von Süden her das Ihre zum Verfall der etruskischen Macht in Italien beitragen.
Von den chalkidischen Cumäern werden die Römer das Alphabeth übernehmen.
Die Griechen nennen ihre Strädte Poleis, Einzahl: Polis.
Es sind jeweils politisch in sich völlig selbständige, räumlich aber bewußt begrenzte Gebiere mit einem städtischen Kern.
In diesem städtischen Kern lassen sich wirtschaftliche, politische und religiöse Gemeinschaftsangelegenheiten besonders gut organisieren.
Zwischen den einzelnen Griechenstädten in Italien gibt es Austausch und Rivalität, aber keinen alle zusammenschließenden politischen Verband.
IM GEBIET DER TIBERMÜNDUNG, also dort, wo der etruskische Städtebund seine südlichste Ausdehnung erreicht, hat es in der Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts eine STADTGRÜNDUNG gegeben, die in Eurem 6. vorchristlichen Jhd. noch die wenigsten auf Eurer Halbinsel zu beschäftigen begonnen hat...
...aber mit der sagenumwobenen Gründung ROMS im Jahre 753 v.Chr. sollte eine Entwicklung einsetzen, die die politischen Verhältnisse auf der gesamten Appeninnenhalbinsel in den folgenden 3 Jahrhunderten von Grund auf verändern sollte:
Bereits zu Beginn des 3. Jhds. v.Chr. wird Rom gang Italien unter seine Herrschaft gebracht haben
Danach wird dieses Rom seine Herrschaft über fast die gesamte indogermanische Welt und ihre südlichen Anrainer-Völker ausdehnen:
Zunächst wird Rom ein Dreivierteljahrhundert lang gegen die karthagischen Phönikier die Herrschaft über den westlichen Mittelmeerraum erkämpfen.
Ein weiteres halbes Jahrhundert wird es dauern, bis die phönikische und mit ihr die griechische Seeherrschaft im gesamten Mittelmeerraum endgültig niedergerungen sein werden. - Die Zerstörung Karthagos im Jahre 146 v. Chr. Wird den römischen Sieg auch über Griechenland besiegeln. Rom wird damit zur Herrin auch des östlichen Mittelmeeres werden.
Im 1. vor- und im 1. nachchristlichen Jhd. wird das Imperium Romanum so weit abgerundet werden, daß es nicht nur den gesamten Mittelmeerraum zu Wasser und zu Lande bis weit nach Vorderasien hinein zu seinem Herrschaftsgebiet zählen kann, sondern selbst Gallien und Britannien mit umfassen wird.
Die Stadtgründung aus der Mitte des 8. Jhds. v.Chr. geht wohl auf einen Zusammenschluß etruskischer, latinischer und sabinischer Geschlechterverbände (lat. gentes, Einz.: gens=Geschlechter-/generationenübergreifender adeliger Großfamilienverband mit Abhängigen) zurück:
Der Hauptanstoß für die Stadtgründung ging damals offenbar von der latinischen Stadt Alba Longa aus.
Den Zusammenschluß der Geschlechterverbände hat man sich als jahrhundertelangen konfliktreichen Prozeß vorzustellen.
Der Sage nach vollzog sich das Ganze so:
Der Ursprung Roms steht wie der anderer italischer Städte auch mit dem trojanischen Krieg in Verbindung: die griechische Sage berichtet, der Trojaner Äneas sei durch die Götter nach Italien geführt worden.
Sein Sohn Ascanius habe die Stadt Alba longa erbaut, die sich zum Haupte der latinischen Städte erhoben habe.
Von hier aus hätten die Nachfahren des damals herrschenden Königs etwa 400 Jahre später die Stadt Rom gegründet: Romulus und Remus.
Nach dem Tode seines Bruders sei Romulus alleiniger Herrscher gewesen, habe die Zahl der Bürger vermehrt, ihnen durch den Raub der Sabinerinnen Frauen verschafft und die Römer mit deren Volk vereinigt. Er habe überdies erfolgereiche Kriege geführt, das Heerwesen neu geordnet, die wichtigsten politischen Einrichtungen geschaffen und sei nach seinem Tode als Quirinius zum Himmel erhoben worden.
Sein friedlicher und frommer Nachfolger Numa Pompilius habe das Werk seines Vorgängers ergänzt durch die Einrichtung und Regelung der Gottesdienste.
Dessen Nachfolger Tullius Hostilius habe die Mutterstadt bekämpft und besiegt und deren Einwohner nach Rom überführt.
Der ihm folgende Angus Marcius habe weitere latinische Städte unterworfen und deren Einwohner ebenfalls in Rom angesiedelt. - Damit sei allmählich eine Bevölkerungsgruppe vermehrt worden, die außerhalb der verbündeten Geschlechterverbände lebte, damit aber nim römischen Stadtstaat auch keine Rechte besessen habe: die Plebejer.
Unter Tarquinius Priscus (616-578) habe sich der etruskische Einfluß verstärkt, die Unterwerfung Latiums sei vollendet worden, der kapitolinische Tempel sei erbaut und zum Zentrum des römischen Staatskults erhoben worden. Mit dem Bau der Kloaken und der Aufnahme in Rom angesiedelter Fremder unter die Bürger habe sich der römische Stadtstaat entscheidend weiterentwickelt.
Zwischen 578 und 534 v.Chr. in Eurer Lebenszeit also - regiert nun Servius Tullius: er gibt den Römern eine neue Wehrverfassung. Nicht mehr nur die Väter der Geschlechterverbände, der Patrizier (von lat. pater=Vater) also, bildeten jetzt die Heeres-, sprich: die Bürgerversammlung, sondern alle reichen Bürger!
Rom erhält als Vormachtstadt nun eine Stadtmauer, der Hafen von Ostia wird ausgebaut, die Salinen an der Tibermündung werden erweitert.
Die besiegten Latiner werden über ein Bündnissystem an Rom gebunden.
![]()
// vgl. dazu: ´geschichte von innen´ fiktiver reisebrief aus ROM um 560 n.chr.
Nach Eurer Lebenszeit wird nur noch ein König über Rom die Herrschaft innehaben.
Er wird sie verspielen.
Im Jahre 510 v.Chr. wird ein ADELSAUFSTAND die Königsherrschaft stürzen und Rom in eine REPUBLIK umwandeln.
Deren Geschichte wird sich bis ins letzte Drittel des Jahrhunderts vor der Zeitenwende (Christi Geburt) erstrecken.
Danach wird sich das übergroß gewordene Imperium Romanum in ein KAISERREICH verwandeln.
Octavianus Augustus wird der erste römische Kaiser sein.
Im letzten Viertel des 5. Jhds. n.Chr. wird dieses Kaiserreich unter dem Druck der VÖLKERWANDERUNG zerbrechen.
// vgl. dazu: ´geschichte von innen´ fiktive reisebriefe aus dem MITTELMEERRAUM um 375 n.chr.
Sein westlicher Teil wird 476 n.Chr. untergehen.
Nur sein östlicher Teil wird weiterbestehen: als BYZANTINISCHES REICH bis ins 13. Jhd....
... dann als von den Kreuzfahrern neu gegründetes LATEINISCHES KAISERREICH - bis zur Eroberung KONSTANTINOPELS/BYzanz´ durch die türkischen OSMANEN 1453.