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schüler

©gabrieleweis

 

hg1780 Friedrich Schiller / Die Räuber  

 

epocheninfo

Lit.Figur

karl moor

Stehen im Zentrum des jeweiligen Werkes Pubertätsprobleme?

 

spätpubertäre ja:   karls studentenclique ist frustriert von den gelehrsamkeitsformen, mit denen man sie konfrontiert, und voller spott gegen jede form von bürgerlichkeit  - leben ungezügelt und weit über ihre verhältnisse, erlauben sich abgefahrene streiche gegen die bürger

Wenn ja:  welche Entwicklung nehmen diese Pubertätsprobleme?

?

der versuch zu einer kurskorrektur bleibt im ansatz stecken infolge der intrige des bruders franz  -  die vermeintliche härte des vaters beantwortet karl völlig überschießend mit einer kampfansage an die ganze gesellschaft / entscheidung für räuberexistenz  // weiterhin spätpubertäre befangenheit seines fühlens, denkens und handelns

Was begrenzt die Entwicklungsmöglichkeiten und das Lebensglück der jeweiligen Hauptfigur? - Eher sie selbst?  -  infolge wovon?

 

eher er selbst durch:

- sein aufbrausendes, anspruchs-verwöhntes wesen

- die naive maßlosigkeit seiner enttäuschungen und weltvorstellungen

- seine phantasielosigkeit im umgang mit seiner familie

- sein hybrides geltungsbedürfnis

Eher andere?  -  infolge wovon?

Sein Bruder Franz im besonderen, da er Karl durch seine Intrigen von dessen Vater und der Geliebten trennt, was Karls Lebensglück erheblich mindert.

Seine Freunde insofern, das sie ihn zum Räuberhauptmann machen, ein Teil von ihnen Karl verrät und sie ihn für einen Kinder- und Altenmord, den sie verüben, verantwortlich machen. Karl hält von Mord gar nichts, muss aber als Räuberhauptmann für die Verbrechen gerade stehen.

andere auch:

- der vater, unter dem beide söhne ein hypertrophes geltungsbedürfnis entwickelten

- der bruder franz, der sich auf ruppigste innerfamiliäre machtpolitik verlegt hat

- sein hauptmanns-rivale spiegelberg, der alles daransetzt karls ´edeles´räubertum zu untergraben

-  die gesellschaft, die karls bandenmitgliedern gegenüber nichts als bekämpfung an den tag legt

Profitiert die jeweilige Hauptfigur von ihrer Umwelt? – inwiefern?

nein ?

ja durchaus:

- karl hat die privilegierteste kindheit und jugend hinter sich und entsprechend beste aussichten als erstgeborener grafensohn

- karl hat auch unter seinen mitstudenten und spätern miträubern immer die rolle des beliebten, erhält also eine menge aktionsraum

- die reformbedürftigkeit der gesellschaft bietet karl zumindest die illusion, als immerhin ´edler´räuber in ihr ein ersatz-aktionsfeld für die ihm ab-intrigierte grafschaft nutzen zu können

Geht umgekehrt die jeweilige Hauptfigur an ihrer Umwelt mehr oder weniger zugrunde? – inwiefern?

Geht zugrunde, da Moor erst durch seine Freunde und Familie in diese Krise gerät. Freunde ziehen ihn in die Kriminalität, sein Bruder sorgt dafür das er verstoßen wird, seine Sehnsucht nach Amalia lässt ihn beinahe verrückt werden. Auch die Gesellschaftsordnung hier in Form seines Vaters als Graf, sorgt für sein Zugrundegehen, da er sich gegen die Obrigkeit auflehnt, er aber andererseits seinen Vater über alles liebt. ?

---am ende stellt sich karl den behörden, was ihn das leben kosten wird  /  insofern geht er zugrunde;

da er jedoch auf diese weise seine bisherige fehlorientierung korrigiert, gewinnt er sich damit in seinen eigenen augen mehr als er verliert.

 

---der anteil der umwelt an seinem ende:

- familien- und gesellschaftsverhältnisse mit problematischen ideellen und realen spielräumen für den einzelnen

- die staatliche verfolgung

 

---diesen anteilen weiß karl erst , aber immerhin am ende seines kurzen lebens verantwortlich zu begegnen

Was ist epochentypisch am Charakter der jeweiligen literarischen Hauptfigur?

 

 

Möchtest Du mit der Hauptfigur befreundet sein?  -  Warum ggf. ja? Warum ggf. nein?

 

 

Was ist epochentypisch an den Problemen der jeweiligen Hauptfigur?