DEUTSCHE LITERATURGESCHICHTE © gabriele weis

 READER: jugend als literarisches thema des 20., 19. + 18.jhds...

 


 

 

1933  Lion Feuchtwanger  /  DIE GESCHWISTER OPPERMANN11

 

       |  TB  |  und:    

 

 

Rezensentin/Rezensent: die.steinis@t-online.de / Dr. Dirk Steinfort aus Hechingen/Deutschland
Feuchtwanger gelingt es in seinem Roman, anhand des Schicksals einer Familie ein psychologisch genaues, zeitgeschichtlich exaktes, zudem außerordentlich spannendes Buch über Deutschland in den Jahren 1932/33 zu schreiben. Die zunehmende Ausgrenzung jüdischer Mitbürger, der schleichende und dann immer offensichtlichere Verrat menschlicher Beziehungen und schließlich der konsequente Weg in die Vernichtung wird von Feuchtwanger anhand vieler einzelner Personden differenziert und komplex geschildert. Dabei gelingen ihm immer wieder Szenen, die im Leser noch lange nachhallen, und Figuren, die mit solcher Tiefenschärfe gezeichnet sind, dass sie einem wie Bekannte vorkommen. Und schließlich: gerade in unserer Zeit, in der die ÖVP solchen Zulauf hat und zudem von Stoiber als koalitionsfähig aufgewertet wird, ist es sicherlich gut, nachlesen zu können, wie Feuchtwanger in der damaligen Zeit schon früh die Zeichen an der Wand erkannte und in ihrer konsequenten Umsetzung beschrieb.

 

 

 

gk d 12/2  -   die schüler/innen haben die nebenstehenden buchanalysefragen bearbeitet > ergibt 2/3 ihrer note;    -   sie bewerten überdies via auslosung die arbeitsergebnisse eines mitschülers /einer mitschülerin > die benotung der qualität dieser bewertung ergibt das letzte drittel ihrer zusätzlichen schriftlichen note in 12/2

AUTOR/IN:   far

 

1)

Der Roman „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger, spielt ungefähr in der Zeit zwischen 1932 und 1933 in Berlin. Es ist die Zeit in der das NS-Regime aufwacht und nach Macht strebt. Es wird die Geschichte einer jüdischen Familie erzählt, die sich in der Zeit mit dem Wachsen des Nationalsozialismus auseinander setzten muss.

Die Hauptpersonen sind die Geschwister Oppermann, sie besitzen mehrere Möbelhäuser in Berlin mit denen sie gutes Geschäft machen. Sie sind zusammen drei Geschwister und stammen alle von Immanuel Oppermann dem Vater ab. Martin Oppermann ist 48 Jahre alt und leitet die Geschäfte der Möbelwerke in Berlin die er und seine Geschwister von seinem Vater geerbt haben. Er hat eine Frau mit Namen Liselotte und einen Sohn der Berthold heißt. Er ist 17 Jahre alt und geht in ein Liberales Gymnasium. Martins älterer Bruder Gustav ist 50 Jahre alt und der Seniorchef aber zur Zeit ist er Schriftsteller. Dann ist da noch Edgar, er ist ein berühmter Chefarzt in einer renommierten Klinik und hat ein revolutionäres Verfahren entwickelt, das ihm auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat.

 

Das gesamte Buch wird aus einer auktorialen Perspektive erzählt. Es gibt einen allwissenden Er-Erzähler der  von Zeit zu Zeit in die Gedankenwelt einer Figur schlüpft und deren Gedanken, Gefühle bzw. Emotionen und die Meinungen gegenüber anderen als personaler Erzähler, wiedergibt. Der Leser kennt also zu jeder Zeit die Gedanken der Protagonisten.

Man erlebt das Geschehen direkt mit, d.h. die Handlung ist im Imperfekt und teilweise auch im Präsens geschrieben. Es gibt oft Stellen im Buch die Rückblenden in die Geschichte haben. Diese sind so geschickt in den eigentlichen Text eingebettet, das man oft so eine Rückblende nur unbewusst miterlebt und sie überhaupt nicht wirklich wahrnimmt.

Die in diesem Buch dargestellte Jugend beschränkt sich auf Berthold und seine Umgebung wie er sie wahrnimmt. Berthold hat nicht viele Freunde da er Jude ist, sein einziger richtiger Freund ist Heinrich. Heinrich hat eine jüdischer Abstammung aber er besitzt die Amerikanische Staatsbürgerschaft.

Es gibt in dem Buch mehrere Handlungsstränge von verschiedenen Personen wobei Berthold eine dieser ist. Seine Geschichte die erzählt wird ist wohl die dramatischste von dem gesamten Roman. Wenn aus der Perspektive von Berthold berichtet wird, so bekommt man seine ganzen Gefühle mit, die er erlebt. Man kann sich unglaublich gut in seinen Charakter hineinversetzen und das dort erlebte mitbekommen und mitfühlen. Es gibt aber natürlich auch noch andere Perspektiven der Jungend. Da sind zum einen seine Freunde und seine Klassenkameraden aus deren Perspektive an wenigen Stellen von ihm berichtet wird. Schließlich kommen noch seine Eltern und Verwandten, die aus einer Erwachsenen Sicht ihn beschreiben.

Es wird überaus interessant über Berthold und seine Mitschüler berichtet. Man kann sich ein klares Bild über das Aussehen und Verhalten der Jugendlichen machen. Der Leser kann die Stimmung die mit diesem Buch entsteht in sich aufnehmen und die Geschehnisse dort mitempfinden. Man wird als Leser bei manchen Situationen selbst richtig mitgenommen und fühlt bei den Problemen der einen mit, oder wird wütend über das anstößige Verhalten anderer. Ein Beispiel für diese Empfindungen wäre die Schikanierung Bertholds gegenüber seinen Kameraden, da er ein Jude ist. Auch ein Aufsatz über den „Humanissmuss des 20. Jahrhunderts.“, den er sorgfältig und objektiv erarbeitet hat wird ihm von seinem späteren Klassenlehrer, der sich schon früh für den Nationalismus einsetzte, wegen Unangemessenheit verweigert. Eben dieser hat später noch eine ganz wichtige Rolle im Empfinden von Berthold.

An solchen Stellen konnte ich manchmal nicht mehr weiter lesen und musste darüber nachdenken wie so etwas passieren kann, das sich so viele Menschen von irgendwelchen Ideologien beeinflusst lassen und diese allen aufzwingen müssen.

Bemerkenswert ist auch Bertholds steter Kampf gegen dieses Regime, bei dem er schließlich allein da steht und ihm alle raten die Sache zu vergessen. Er kann das jedoch nicht mit sich selbst vereinbaren und beschließt daher ein stilles Symbol des Protestes zu setzen.

Zusammengefasst lässt sich sagen das seine Geschichte wirklich spannend erzählt wird und seine Figur auch von allen Seiten beleuchtet wird.

 

2)

Die Gesellschaftlich Schicht in der die Jugend in diesem Roman ist spielt, ist um 1932 angesiedelt. Am Anfang ist von dem NS-Regime noch nichts zu vernehmen. Aber im späteren Verlauf der Geschichte gewinne sie immer mehr an Macht, bis zu dem Zeitpunkt als Hitler als Reichskanzler ernannt wird. Viele Juden werden verschleppt und in KZs geschickt. Hausdurchsuchungen sind an der Tagesordnung und die Menschen können Nachts nicht mehr ruhig schlafen. Die Wirtschaft ist am Tiefspunkt angelangt und nur wegen dieser Wirtschaftslage, mit dem Versprechen Deutschland wieder aufzubauen wurde Hitler gewählt. Die normale Polizei wird aufgelöst und die Gesetze werden umgeschrieben.

Für Berthold bedeuten diese Ereignisse nicht gutes. Da sind einmal seine normalen Klassenkameraden die später in den Sog des Nationalsozialismus hineingezogen werden und sich dann von ihm absondern. Dann gibt es noch seine Freunde die wie er jüdisch oder halbjüdisch sind und immer zu ihm halten.

Berthold gehört zu der oberen sozialen Schicht an. Seine Eltern sind reiche Leute die sich um ihn sorgen. Finanziell steht für ihn trotz der schlechten Wirtschaft nichts im Weg, er kann auf jedenfall durch das Geld seiner Eltern sein Studium finanzieren. Seine Eltern verdienen immer noch gut an den Verkäufen in den Möbelhäuser.

Anfangs hat er viele Freunde mit denen er allerlei Dinge tun kann. Seine Schule gibt sich als liberal und schätzt die deutsche Sprache und ihre Grammatik.

Bei ihr sollen die Jungendlichen ohne irgendwelche Einflüsse lernen können. Aber durch den populären Aufstieg der Nationalsozialisten kann auch der Rektor der Schule nicht verhindern das ein junger Lehrer zu dieser Schule geschickt wird um die Reinheit der Deutschen Nation wiederherzustellen. Zu diesem Zeitpunkt verändert sich alles in Berthold Umgebung. Anfangs ignorieren die Klassenkameraden die „albernen“ Kommentare die ab und zu losgelassen werden und halten zu einander. Doch mehr und mehr werden sie in den Bann des NS-Regimes gezogen und Schotten sich von Berthold und den anderen Judenjungen ab. Nur sein bester Freund Heinrich hält bis zum Schluss zu ihm.

Neben seinen Freunden und Eltern hat er auch Beziehungen zu seinen Verwandten z.b.: Onkel Gustav der ihm immer zur Seite steht und ihm in schlechten Zeiten hilft. Nicht zu vergessen ist da noch der Rektor, seinerseits kein Befürworter des Regimes, zu dessen Berthold ein ungewöhnlich enges Verhältnis hält. Der Rektor allein ist später seine einzige Stütze in der Schule die ihn vor größeren Unglücken verschont. Er ist wie Bertholds Freund Heinrich in der sozialen Mittelschicht angesiedelt.

 

3)

Lion Feuchtwanger schrieb dieses Buch in dem Zeitraum von 1932 und 1933. Zu diesem Zeitpunkt wusste man noch nicht wie schlimm dieses und seine späteren Jahrzehnte werden würden, was für schreckliche Verbrechen in Deutschland geschehen würden. Das Regime in Deutschland wurde von vielen fälschlicherweise, als nicht gefährlich erachtet.

Aber Lion Feuchtwanger erkannte dies und fing sofort nach seiner Flucht aus Deutschland 1932, an diesen Roman zu schreiben. Durch umfangreiche Recherchen und ständigem Kontakt zu Nachrichten aus Deutschland gelang es ihm seinen Roman auf aktuelle historische Bezugspunkte zu beziehen.

Seine Darstellung des Naziregimes und der Judenverfolgung bezog er genau auf dieses Buch.

Feuchtwanger beschrieb mit dem Schicksal der „Oppermanns“, die unterschiedlichen Verhaltensmuster des jüdischen Bildungsbürgertums in den Jahren 1932 und 33. Er zeigte  passiv die Signale die von Hitlers Buch „Mein Kampf“ ausgehen. Die Gesellschaft sei zu  leichtgläubig und erlaube den „Sieg der Dummheit und Unvernunft“.

Er wollte der Welt zeigen welche Grausamkeit dort herrschte und wie die Juden leiden mussten. Wie die Gesellschaft sich wandelte wie Menschen ums überleben kämpfen mussten und wie andere alles weggenommen wurde. Genau dieses Bild, den Wandel der Gesellschaft und seine Erkenntnisse wollte er anderen veranschaulichen.

Es ist bemerkenswert zu sehen wie genau er Dinge erahnte und in seinen Roman niederschrieb die später wirklich auch zutrafen. Daran merkte man auch die Wichtigkeit die der Roman für Feuchtwanger spielte.

Sein Buch wurde von vielen renommierten Kritikern gelobt und gefeiert. Es habe einen angenehmen Stil und sie die wirkungsvollste, meistgelesene erzählerische Darstellung der deutschen Kalamität.

Es wurde in viele Sprachen übersetzt und ist immer noch weltweit erfolgreich.

 

 

4)

Bei Berthold ergeben sich mehrere Personenkonstellationen. Sein Verhältnis zu seinen Klassenkameraden ist anfangs noch gut aber sowie die Zeit vergeht wird er immer öfter Ausgegrenzt, verspottet, beleidigt und bedroht.

Heinrich sein engster Freund der einer der wenigen ist die auch öffentlich dazu stehen ein Freund Bertholds zu sein, bleibt bis ans Ende sein Freund und Helfer. Die beiden kennen sich schon von klein auf, denn Heinrich ist Bertholds Cousin, er ist Halbjude mit amerikanischer Staatsbürgerschaft. Diese Tatsache beschützt Heinrich vor dem grausamen Regime.

Dr. Bernd Vogelsang, ist ein von der nationalsozialistischen Idee völlig überzeugter Lehrer vom Land der nach Berlin und an Bertholds Schule kommt, da der frühere Lehrer, Dr. Heinzius bei einem Autounfall ums Leben kommt. Vogelsang ist fest entschlossen, seine Schüler zu seiner Nationalistischen Überzeugung zu erziehen, was er mit allen Mitteln versucht. Er sieht in Berthold ein wunderbares Opfer das sich gerade dazu anbietet, ein Exempel zu statuieren. Jedes Jahr soll ein Vortrag von den Schülern gehalten werden doch, anstatt des schon fertigen Vortrages über den Humanismus lässt der Lehrer Berthold einen neuen Aufsatz über die Frage "Was bedeutet uns Heutigen Herrmann der Deutsche?", vorbereiten. Obwohl Berthold wenig erfreut darüber ist, stürzt er sich in die Arbeit um das Heldenbild dieses Ariers herauszuarbeiten. Doch dann während des Vortrags unterbricht ihn der Lehrer an einer kritischen Stelle, an der Berthold soeben den Vorwurf die Heldentat Herrmanns sei keine zu bedeutende gewesen, beschuldigt er den Jungen eine freche Unwahrheit zu verbreiten. Aus der Lappalie wird eine große Angelegenheit, die ihre Kreise zieht. Der Rektor ist zwar auf Bertholds Seite, traut sich aber selbst nicht in diesen gefährlichen Zeiten etwas gegen die arische Herrenideologie einzuwenden. Es wird beschlossen das Berthold sich vor ganzer versammelter Schule entschuldigen soll. Er sieht aber keinen Grund dafür. Es herrscht also kein gutes Verhältnis zwischen Berthold und Vogelsang. Durch eben diesen Konflikt gerät Berthold völlig aus der Bahn und findet auch auf diese nicht mehr zurück. Ihm wird von allen Seiten geraten sich zu entschuldigen aber er zweifelt an sich selbst, was schließlich zu seinem dramatischen Ende führt.

Sein Rektor heißt mit Namen Francoir und ist ein enger Freund von Gustav Oppermann, Bertholds Onkel. Daher kommt auch die enge Beziehung zu dem Rektor der trotzdem versucht Berthold irgendwie zu helfen.

Bertholds Beziehung zu seinen Verwandten besteht eigentlich nur aus gelegentlichen Besuchen und kurzen Plauderein.

 

5)

Die Erlebnisse der Jugend in diesem Buch sind sehr vielfältig und können hier nicht exakt beschrieben werden.

Berthold ist in dem Roman von der Jugend die Hauptperson. Er ist der Sohn von Martin und Liselotte Oppermann die, die Möbelhauskette in Berlin geschäftlich führen.

Eigentlich verlief sein Leben ganz normal, wie dem eines jeden Jungen. Dennoch ließ ein einziges Ereignis zu, dass sein gesamtes weiteres Leben völlig umgewälzt wurde. Er war ein guter Schüler mit anständigen Noten. Dann kam der Unfall, jenes Schicksalhafte Ereignis mit seinen Folgen, bei dem sein beliebter Lehrer Heinzius stirbt. Von ihm bekam er davor ein Referatsthema mit dem Titel: „Der Humanismus im 20.Jhrd.“, was Berthold sehr schwer aber dennoch interessant fand. Sein neuer Ersatzlehrer, Dr. Vogelsang, der ein beliebter „Völkischer“ ist, wollte von diesem Thema nichts wissen und gab Berthold ein neues Thema mit Titel: “Was bedeutet mir Hermann der Deutsche“.(Ein erfolgreicher und berühmter Offizier der Deutschland verteidigte)

Berthold ist darüber zwar nicht erfreut, er geht aber trotzdem objektiv an die Sache ran. Bei seinem späteren Vortrag wird er dann beschuldigt die Person Hermanns durch negative Aspekte die von ihm genannt werden in den Dreck zu ziehen.

Seine Begegnung mit Dr. Vogelsang war also nicht gerade erfreulich für ihn. Und auch seine Erlebnisse mit dem Judenhass, lassen ihn vereinsamen und hilflos in der Schule. Außer Heinrich hatte er nur Rektor Francoir  als Person in der Schule der zu ihm hielt. Mit ihm konnte er sich auch oft alleine Privat unterhalten und ihm seine Probleme schildern.

Insgesamt gesehen war Bertholds Kontakt mit dem Nationalsozialismus einer der sein Leben im negativen Sinne stark beeinflusste und verletzte.

 

Seine Wünsche hielten sich einfach, er wollte irgendwo im Ausland studieren. Was genau wusste er noch nicht. Ebenfalls wollte er so erfolgreich wie sein Vater sein.

Hinzu kamen dann noch Wünsche für das glückliche Familienleben und des Friedens.

Seine Vorstellung war ein gerechtes Deutschland, denn er liebte es und wollte nach dem Studium unbedingt dort arbeiten. Er konnte sich ein Leben ohne Deutschland einfach nicht vorstellen.

 

Berthold wurde oft verletzt und konnte die Gründe dafür nicht verstehen. Ein Beispiel wäre die, für ihn unverständliche Behauptung er hätte in dem Vortrag durch seine Nennung der Gründe warum Hermann ihm nichts bedeute, das deutsche Vaterland beleidigt und solle sich entschuldigen. Berthold findet aber keinen Fehler in seiner Beleuchtung sowohl der pro- als auch der -contra Argumente. Er will sich nicht bei Dingen entschuldigen bei denen er die Wahrheit sieht. Weitere Verletzungen erfährt er durch alle seine Freunde, Eltern und Verwandten die ihm raten sich zu entschuldigen, weil die Situation eskalieren könnte. Er fühlt sich von allen betrogen und ist zu tiefst enttäuscht.

Leider belasten ihn jene Geschehnisse immer stärker. Dies alles wird für ihn eine Qual, die von Tag zu Tag immer mehr an stärke gewinnt. Der Druck der Schule und der Zwang nach Gerechtigkeit, machen ihn buchstäblich fertig. Am Ende fühlt er sich schließlich nicht mehr stark genug dem ganzen gewachsen zu sein. Er fasst den Beschluss sich nicht zu entschuldigen, was den Rauswurf aus der Schule und damit seiner Ausbildung bedeuten würde, da keine Schule ihn mehr als Judenjungen aufnehmen würde.

Er beschließt seinen Freitod als stillen Protest gegen dies allem.

 

 

6)

Als ich anfangs die Rezession las dachte ich, dies könnte ein spannenderes Buch sein als übliche Lehrplanbücher die man teilweise aufgedrückt bekommt.

Was ich dann aber in diesem Buch las übertraf meine höchsten Vorstellungen. Kein anderes Buch hat mich in letzter Zeit so gefesselt wie dieses. Es ist das beste was ich je zu dem Thema Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus gelesen habe.

Der Autor teilte das Buch geschickt in mehrere Abschnitte und trennte die einzelnen Handlungsbögen. Feuchtwanger schrieb dieses Buch während der NS Zeit in den USA, nachdem er aus Deutschland flüchtete. Er schrieb also in die Zukunft und hatte dafür einen unglaublichen Wissenshorizont. Mit seiner Zunkunfts Vision war er schrecklich nah an der Realität. Diese Schreibweise erkennt in dem Buch, dass in drei Teile mit Namen: Gestern, Heute und Morgen unterteilt ist.

Er zog mich mit seinen Wirklichkeitsnahen Personen in den Bann und verschaffte mir ein Gefühl über die Gedanken und Emotionen in dieser Zeit für diese Personen. Diese Tatsache allein regte mich an, mir Gedanken darüber zu mache und über diese Geschichte und deren Handlung nachzudenken.

Einziger negativer Punkt waren die für mich manchmal langweiligen und lange Monologe bzw. die eigenen Gedanken der Personen über z B.: Kunst.

Dennoch ist sein Buch  überaus gelungen und ich kann es nur jedem Empfehlen der ein wenig Zeit und Lust hat, dieses Buch zu kaufen und zu lesen.