... und  zwei schülergedichte zum thema jugend // gk d/13/märz 2002:

 

© felix fellmer /

 

 

Jugend

Zur Jugend schreiben ein Gedicht:
An Ideen mir´s da nicht gebricht.
Zum Beispiel reimt sich auf die Jugend
Schon mal verheissungsvoll die Tugend.

Doch kommet wohl der Jugendliche
Der Tugend schnell heut auf die Schliche,
Sie ignoriert sie in unseren Zeiten
Und lässt sich von ganz and´rem leiten.

Was uns raubt den schönen Anfang,
Also fang ich nochmal an.
Die Jugend ist - so will´s mir scheinen -
Immer auf ruhelosen Beinen:

Jugend ist fröhlich und auch schnell,
Mal nicht, mal sehr individuell.
Sie lernet viel, doch merkt sie´s nicht
(Wie auch jetzt hier imGedicht).

Jugend macht Fehler, so die Alten,
Die sie dann ausgiebig verwalten
In Noten, Zeugnissen, Registern!
Manchmal ist´s wie bei den Philistern.

Denn Jugend wird, das muss man sagen,
Auch unterdrückt - hier gilt´s zu klagen!
Wer höret denn im Alter schon
Die Weisheit in der Jugend Ton?

Vieles hätte sie zu sagen,
Würde das Alter nur mal fragen.
Weder sind wir nur Konsumenten,
Noch interessiert an späten Renten.

Das Alter ist, wenn ich´s vergleiche,
Zur Jugend eine Wasserleiche.
Das ist nicht fair, das ist mir klar
Das Alter auch mal jung wohl war.

Auch hat das Alter seine Vorteile,

Das zu bestreiten wäre in der Eile,

Wohl nicht richtig, sogar unwahr,

Ihr gehört dazu, das ist doch klar.

Und wie mit mir - bin ich denn jung?
Wo ist mein jugendlicher Schwung?
Denn Jugend, jetzt aus meiner Sicht,
Das sind and´re - ich bin´s nicht.

Meine Jugend, das war gestern,
Als ich noch spielt mit meinen Schwestern.
Doch nächstes Jahr das Abitur -
Ein Stress, das ist doch Alter pur.

Denn Jugend ist sehr relativ,
Hängt ab, wie ich des Nächtens schlief.
An manchen Tagen bin ich froh,
Da hab ich zehnjährigen Niveau.

Aber an anderen - Sonntagen -
Nach den samstäglichen Gelagen
Fühl ich mich wie Methusalem
Und bin auch ähnlich anzusehn.

Man ist so alt wie man sich fühlt.
Der Satz ist alt und unterkühlt,
Doch steckt viel Wahrheit auch darin
Er ist der wahren Jugend Sinn.

Sie zeigt sich nicht in Jahreszahlen,
Noch in Besäuffnissen - quartalen,
Sie ist, vielleicht erwähnt´ ich´s schon
Eines wachen Geistes Lohn.

Und wenn der dann auch noch ganz leise
Zeigt die Tendenz in Richtung weise
Dann macht mich all das sehr zufrieden
Ich hoff´, dass ich´s erreich´ hinnieden.

Doch jetzt wo ich darüber denk,
Auf neue Bahn das Denken lenk,
Dann bin ich jung und bin es gern.
Das sollt ´ne Eins wert sein - mit Stern.

 

 

Träumerei

Nun sitz ich hier,

Bin wider meine Natur gezwungen zu schreiben,

Mir Gedanken über die Bedeutung meines Seins zu machen,

Gedanken über die Bedeutung der Jugend.

Doch wie kann ich dem begegnen,

Jung wie ich nun einmal bin

Ja, wäre ich ein alter Mann, dann:

 

könnt ich lächelnd zurückblicken,

auf die Zeit, in der ich jung war,

könnt ich meinen Enkeln erzählen,

von der Zeit, in der ich jung war,

könnt ich mich der ersten Liebe entsinnen,

in der Zeit, in der ich jung war,

könnt ich die Verletzungen betrachten,

aus der Zeit, in der ich jung war,

könnt ich sagen welche Lehren ich erhielt,

von der Zeit, in der ich jung war,

könnt ich meiner Freunde gedenken,

aus der Zeit, in der ich jung war,

könnt ich die Erfahrungen weitergeben, die ich sammelte,

in der Zeit, in der ich jung war,

könnte ich die Leichtigkeit des Sein erkennen,

als ich jung war, 

könnte ich erkennen, dass dies alles -

die Basis meines Lebens ist.

Ich wüßte, dass diese Erfahrungen

mein Ich sind.

 

Doch bin ich kein alter Mann.

Warum spiele ich mit diesen Gedanken rum?

Ich bin doch jung.

 

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